17.06.2006 16:31 |

Mindestens 50 Tote

Sri Lanka versinkt in Welle der Gewalt

Die Marine Sri Lankas hat sich ein Seegefecht mit Schiffen der Tamilen-Rebellen geliefert, bei dem zwischen 30 und 40 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Armee hat außerdem mit Flugzeugen Ziele nahe der nördlichen Rebellen-Hochburg Kilinochchi angegriffen. Dabei sind 25 Menschen getötet worden. Zuvor haben Anhänger der Befreiungstiger von Tamil Eelam aber Marine- und Polizeieinheiten attackiert, so die Regierung.

Beim Angriff der Marine sind nach Angaben eines Militärsprechers acht von elf Rebellenbooten versenkt worden, jedoch hat die Flotte auch drei eigene Schiffe verloren.

Auch Zivilpersonen getötet
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums haben die Rebellen im Morgengrauen mit einem dutzend Booten Kriegsschiffe der Armee angegriffen. Die den Rebellen nahe stehende Website TamilNet hat erklärt, dass bei dem Gefecht auch 30 Zivilpersonen verletzt worden sind. Hunderte weitere seien aus der Region geflohen und hätten in Kirchen Schutz gesucht.

Gegenseitige Schuldzuweisungen
Der Angriff war die erste Reaktion der Rebellen auf zweitägige Luftangriffe der Regierungstruppen. Bei diesen Angriffen sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Die Bombardements wiederum wurden als Vergeltung für einen Anschlag auf einen Bus bezeichnet, bei dem 64 Menschen getötet wurden. Die Rebellen haben jede Verwicklung in den Anschlag bestritten. Seitdem wird befürchtet, dass der Bürgerkrieg wieder aufflammen könnte.

Selbstmordattentäter vergiften sich selbst
Aufmerksame Fischer haben unterdessen nach Polizeiangaben einen geplanten Selbstmordanschlag vereitelt. Sie haben zwei Männer in Gewahrsam genommen, die nahe der Hauptstadt Colombo an Land geschwommen sind. Bei ihnen wurde Sprengstoff entdeckt, wie ein Polizeisprecher erklärte. Die beiden Männer schluckten seinen Angaben zufolge Cyanid-Kapsel und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand wurde als kritisch beschrieben.