Di, 19. Juni 2018

Bodypacker-Prozess

28.11.2015 15:42

Plastikpackerl mit Drogen geschluckt

Als "Bodypacker" waren zwei Salzburger in Marokko unterwegs. 3,2 Kilo Cannabis kauften sie ein, einige der Drogenpackerl schluckten sie einfach hinunter, den Rest schmuggelten sie am Motorrad. Doch alles flog auf.

"Es war eine idiotische Rausch-Idee, die wir dann halt auch umgesetzt haben", zeigten sich die beiden Salzburger (34, 50) am Freitag vor Schöffen-Richterin Madeleine Vilsecker voll geständig. Das Motiv war Geldnot, wie beide sagten. Im September 2014 kamen die beiden Bekannten auf die Idee, in Marokko Cannabis einzukaufen, nach Österreich zu schmuggeln und dann zu verkaufen. "Einen Plan hatten wir nicht wirklich, wir wollten schauen was geht", so der Erstangeklagte, der 2006 bereits zweieinhalb Jahre in Spanien wegen eines Drogengeschäfts im Gefängnis saß.

Also sind sie mit einem Motorrad nach Tanger in Marokko gefahren und kauften dort 3,2 Kilo Cannabis-Harz und -Cannabis-Öl ein. Das meiste der Drogen verpackten sie im Motorrad, gut 100 Plastikpackerl, im Fachjargon genannte "Bubbles", schluckten sie einfach hinunter. Als "Bodypacker" schmuggelten sie das Suchtgift dann nach Spanien. Dort buchten sie sich in ein Hotel ein und fuhren einen Tag später über Frankreich und Deutschland zurück nach Salzburg. "Sie haben dabei die Grenzmenge um das 25fache überschritten", bemerkte Staatsanwalt Michael Schindlauer.

Unbedingte Haftstrafen
Doch weit kamen sie letztlich nicht: Bei einer Verkehrskontrolle wurde der 50-Jährige mit gut 700 Gramm Cannabis erwischt, die Polizisten ermittelten weiter, bald flog die ganze Sache auf. "Ich hatte Schulden, er hat mir Geld versprochen", beteuerte der zweitangeklagte, immerhin fünf Mal einschlägig vorbestrafte gelernte Kfz-Mechaniker. Die Urteile, jeweils unbedingt 18 Monate Haft für den 50-Jährigen und zwei Jahre Gefängnis für den 34-Järhigen, sind allerdings noch nicht rechtskräftig.

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