Mo, 23. Juli 2018

Nach Anschlägen

24.11.2015 06:47

Sprengstoffgürtel in Pariser Vorort gefunden

Eineinhalb Wochen nach den Anschlägen in Paris ist in einem Vorort der französischen Hauptstadt ein Sprengstoffgürtel gefunden worden. Der Gegenstand weise "die gleiche Anordnung" auf wie die Sprengstoffwesten, die mehrere Dschihadisten bei den Attentaten vom 13. November gezündet hatten, hieß es am Montagabend seitens der Behörden.

Die Staatsanwaltschaft in Paris bestätigte, dass der verdächtige Gegenstand eindeutig identifiziert sei. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke habe ihn am Montagnachmittag in Montrouge, einem Vorort im Süden von Paris, entdeckt. Nach Angaben des Staatsanwalts Francois Molins bestanden die Gürtel der Attentäter aus dem Sprengstoff TATP, Batterien und einem Zünder in Tastenform sowie Schraubenbolzen, um die Wucht der Explosion zu verstärken.

Gürtel von Attentäter im Müll entsorgt?
Der nun entdeckte Sprengstoffgürtel könnte auf den flüchtigen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam hinweisen. Das Telefon des 26-Jährigen war am Abend der Anschläge in der Gemeinde Chatillon geortet worden, die an Montrouge grenzt. Der Franzose Abdeslam wird von den Ermittlern verdächtigt, bei den Anschlägen von Paris eine wichtige Rolle gespielt zu haben, möglicherweise als Logistiker. Sein Bruder Brahim sprengte sich während der Anschlagsserie in einem der angegriffenen Restaurants in die Luft.

Wenige Stunden nach den Anschlägen mit 130 Toten soll sich Salah Abdeslam wieder nach Belgien abgesetzt haben. Nach ihm wird intensiv gefahndet. Die Anwältin von einem der zwei Verdächtigen, die den 26-Jährigen am Tag nach den Anschlägen nach Brüssel gebracht haben sollen, hatte am Wochenende gesagt, Abdeslam sei "vielleicht bereit, sich in die Luft zu sprengen".

Operation gegen Abdeslam "muss weitergehen"
"Die Operation ist noch nicht beendet, sie muss weitergehen", sagte der belgische Innenminister Jan Jambon am Montag. Auf die Frage, wie der Gesuchte immer wieder entkommen könne, antwortete Jambon: "Er muss sehr viel Unterstützung auf unserem Gebiet haben."

Weiterhin höchste Terrorwarnstufe in Brüssel
Im Großraum Brüssel gilt weiter die höchste Terrorwarnstufe. Das belgische Krisenzentrum verlängerte am Montagabend erneut die strikten Sicherheitsvorkehrungen. In Brüssel bestehe immer noch eine "ernste und unmittelbare Bedrohung", sagte Regierungschef Charles Michel nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Es gebe weiterhin konkrete Hinweise auf einen möglichen Anschlag. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen gelten zunächst bis kommenden Montag, Schulen und die U-Bahn sollen aber bereits von Mittwoch an wieder öffnen. Im Rest Belgiens gilt die zweithöchste Terrorwarnstufe drei.

Video: 16 Festnahmen bei nächtlicher Razzia in Brüssel

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