Fr, 21. September 2018

Studie zeigt:

20.11.2015 10:36

CO2-Ausstoß durch Verkehr könnte halbiert werden

Im Verkehr konnte weit mehr CO2-Emissionen eingespart werden als bisher vermutet. Das ist der Tenor einer Studie mit österreichischer Beteiligung der zufolge der Treibhausgas-Ausstoß des Transportsektors bis 2050 nahezu halbiert werden könnte. Allerdings müsste dazu aber der Spritverbrauch sinken, der öffentliche Verkehr ausgebaut werden und mehr Elektroautos auf die Straßen.

Die Realität sehen moment aber anders aus: Der Transportsektor sei insgesamt für 23 Prozent der Emissionen verantwortlich, eine Reduktion sei nicht in Sicht, berichten die Forscher im Fachblatt "Science". Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) zufolge könnte sich der Ausstoß bis 2050 sogar verdoppeln. Das liegt vor allem an der schnell fortschreitenden Motorisierung in China, Indien und Südostasien. Laut den von Wissenschaftlern aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich berechneten Szenarien gibt es aber Anlass für verhaltenen Optimismus - wenn die Politik rasch handle.

Städtische Infrastruktur besser planen
"Elektromobilität im großen Stil könnte entscheidend dafür sein, dass die CO2-Emissionen im Transportsektor bis 2050 halbiert werden", erklärte Felix Creutzig vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) in Berlin in einer Aussendung. Dazu müssten Car-Sharing-Konzepte großflächig ausgerollt, elektrische Fahrräder stärker genutzt und der Schienenverkehr deutlich ausgebaut werden. Auch die bessere Planung der städtischen Infrastruktur könne einiges bewirken, indem darauf geachtet wird, dass viele Wege gar nicht gefahren werden müssen bzw. in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

Da damit zu rechnen sei, dass sich die Effizienz der herkömmlichen Automobilflotte nach 2025 nur noch marginal steigern lasse, bleibe nur der Wechsel des Brennstoffes. Angesichts sinkender Batteriepreise seien Elektroantriebe laut der neuen Studie, an der auch Forscher vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien mitgearbeitet haben, gegenüber Motoren mit Biotreibstoffen oder Wasserstoff in einer besseren Position.

Politiker waren bisher wohl zu schüchtern"
"Mit Blick auf eine echte Transformation des Transportsektors im Sinne des Klimaschutzes waren die Politiker weltweit bisher wohl etwas zu schüchtern", erklärte der IIASA-Forscher David McCollum. Bei der am 30. November in Paris beginnenden "COP21"-Klimakonferenz sollte dem Bereich daher mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

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