13.06.2006 11:23 |

Endlich Hoffnung

Neuer Alzheimer-Impfstoff wirkt gut im Tierversuch

Alzheimer-Patienten dürfen neue Hoffnung schöpfen: Ein japanisches Forscherteam hat mit einem DNA-Impfstoff gegen diese Krankheit im Tierversuch gute Erfolge erzielt. Morbus Alzheimer wird von Amyloid-Proteinen im Gehirn ausgelöst - die Ablagerung dieser Stoffe konnte durch die Impfung entscheidend verringert werden. Ohne Nebenwirkungen.

In Tokio wurde der vom "Metropolitan Institute for Neuroscience" entwickelte Impfstoff erstmals in einer groß angelegten Studie an Mäusen getestet. Die Plaque-Ablagerungen durch Proteine im Gehirn konnten dabei um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.

Viel versprechender Erfolg
Anders als andere derzeit entwickelte Anti-Alzheimer-Substanzen soll dieser Impfstoff zu keinerlei unerwünschten Wirkungen führen. Die Wissenschaft hofft nun, mit DNA-Impfstoffen einen wirksamen und zugleich billigen Weg zur Behandlung der gefürchteten Krankheit gefunden zu haben.

Wie wirkt dieser Impfstoff?
Im Versuch wurde den Mäusen DNA injiziert, die den Körper dazu anregt, selbst Amyloid-Protein zu produzieren. Da in diesem Fall kein Virus für den Transport zur Zelle notwendig ist, kann das Immunsystem sanfter auf die Behandlung reagieren und es werden weniger Amyloid-Proteine im Gehirn abgelagert. Somit wird das Gehirn von Betroffenen weniger in Mitleidenschaft gezogen und der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst.

Bis zu 50 Prozent weniger Ablagerungen
Der neue Impfstoff hat im Test die Amyloid-Ablagerungen zwischen 15,5 und 38,5 Prozentpunkte verringert. In manchen Bereichen des Mäuse-Gehirns - wie der Großhirnrinde und dem Hippokampus - sanken die Ablagerungen um 40 bis 50 Prozent.

Derzeit laufen neue Studien, die versuchen, diese Erkenntnisse auf menschliche Patienten umzulegen.

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