14.06.2006 16:42 |

Müde Brasilianer

Viel Kritik an Ronaldo nach 1:0-Sieg gegen Kroatien

Wenig Esprit, kaum Samba, keine Show - und im Angriff ein tapsiger Tanzbär namens Ronaldo: Titelverteidiger Brasilien musste sich nach dem glücklichen 1:0 (1:0)-Auftaktsieg bei der WM gegen Kroatien am Dienstabend in Berlin vor allem Fragen nach dem körperlichen Zustand seines Stürmerstars stellen lassen. "Ronaldo ist halt schwer und es war ziemlich heiß heute", kommentierte Trainer Carlos Alberto Parreira den leidenschaftslosen Auftritt des WM-Torschützenkönigs von 2002, stellte ihm zugleich aber einen Freifahrtschein für die nächste Begegnung am Sonntag gegen Australien aus: "Er muss erst noch ins Turnier finden. Und das kann er am besten, wenn er spielt."

Kaká, der mit seinem schönen Schlenzer zum 1:0 in der 44. Minute die "Selecao" vor einem Fehlstart bewahrte, redete dagegen Klartext. "Ronaldo hat ja vorher gesagt, dass er noch nicht in Top-Form ist. Aber ein bisschen mehr Bewegung würde der ganzen Mannschaft gut tun", sagte der Mittelfeldspieler des AC Mailand. Und ergänzte: "Besonders kreativ waren wir dieses Mal nicht. Wir müssen jetzt sehen, dass wir das Ganze in den Griff bekommen."

Harte Kritik an Ronaldo
Bitterlich hatte sich Ronaldo zuvor über die Schlagzeilen beklagt, wonach er einige Kilos zu viel auf den Rippen habe. Den Gegenbeweis ist der in der 70. Minute ausgewechselte Profi von Real Madrid jedoch schuldig geblieben. Mit finsterer Miene saß er danach auf der Bank und schaute zu, wie ihm sein leichtfüßiger Kollege Robinho die Laufwege aufzeigte. Ronaldos Gegenspieler Robert Kovac konnte es kaum fassen, wie leicht der dreimalige "Weltfußballer des Jahres" in den Griff zu kriegen war: "Er muss müde sein. Vor ein paar Jahren war es schwer gegen ihn zu spielen, heute eigentlich leicht".

Adriano auch nicht flinker
Auch sein Sturmpartner Adriano wirkte vor 72.000 Zuschauern im Olympiastadion schwerfällig. Der Torjäger war für Kaká und Ronaldinho, der sich in Zweikämpfen gegen die bissigen Kroaten aufrieb, ebenfalls kaum anspielbar. "Ronaldinho wurde von zwei, drei Spielern immer gedeckt. Er hat gut gespielt, er hatte exzellente Bewegungen drauf", lobte Parreira seinen Superstar, räumte aber auch ein, dass dieser "nicht mit Fröhlichkeit gespielt hat".

Kapitän Cafu bleibt optimistisch
Kapitän Cafu nahm die Anlaufschwierigkeiten nicht tragisch und zählte bereits die Begegnungen bis zum Finale: "In der Besprechung vor dem Spiel habe ich gesagt, wir müssen noch sieben Stufen erklimmen. Jetzt fehlen nur noch sechs bis zum sechsten WM-Titel", meinte er.

Freitag, 07. Mai 2021
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