Mi, 15. August 2018

20.000-Volt-Schlag

16.11.2015 17:06

Stromopfer klagt jetzt Großkonzern auf Millionen

Yakup C. hat seinen Job gerne gemacht - bis zu jenem Tag, an dem sich schlagartig alles ändern sollte. Seither kann er nicht mehr arbeiten. 20.000 Volt schossen im September 2013 durch den Körper des Elektrikers: Dafür soll sein Auftraggeber jetzt bezahlen.

Er hat es im Guten versucht, auf ein Entgegenkommen gehofft und wurde enttäuscht. Jetzt zieht Yakup C. mit seinem Anwalt Alfred Boran vor Gericht und klagt den Elektrokonzern auf Millionen. Wie berichtet, wurde dem Elektriker eine Auftragsarbeit zum Verhängnis.

Rückblick in den Herbst 2013: C. sollte über eine Subfirma Arbeiten für den Konzern im Simmeringer Hafen in Wien durchführen. Am 4. Oktober kam es dann zur Katastrophe. Yakup C. sollte kurz vor Dienstschluss noch in einen angeblich spannungslosen Hochspannungskasten kraxeln, um ihn zu verschrauben.

20.000 Volt schossen daraufhin durch seinen Körper - zwei Wochen lang lag der junge Mann im Koma, erlitt schwerste Verbrennungen, musste sich zahlreichen Operationen unterziehen. Der Weg zurück ins Leben ist ein steiniger und für den 25-Jährigen kaum zu schaffen. "Wir waren uns sicher, dass er vom Konzern nicht im Stich gelassen wird", so Boran. "Doch wir haben uns getäuscht. Also klagen wir."

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