Mo, 20. August 2018

Dullnighalle:

06.11.2015 16:35

Alltag im Notquartier

Hunderte Flüchtlinge und Asylwerber leben seit sechs Wochen in der Dullnig-Halle in Klagenfurt, wo inzwischen eine kleine Stadt in der Stadt entstanden ist.Rotes Kreuz, Hilfswerk oder Caritas - Unzählige Freiwillige leisten seit Wochen Übermenschliches. Täglich kommen Busse mit Flüchtlingen aus Syrien, Irak und Afghanistan an.

"Anfangs war’s stressig, mittlerweile reißt die Ankündigung neuer Transporte keinen vom Hocker", so Rot Kreuz-Kommandant Helmut Sagerschnig, der "Bürgermeister des Notquartiers". Alltag eben. Aber Sagerschnig weiß auch, dass er sich auf seine Helfer verlassen kann. Denn die Neuankommenden sind müde, hungrig, brauchen medizinische Hilfe und wollen Kraft tanken, für die Weiterreise nach Deutschland.

10.000 Tee-Beutel und 50 Kilogramm Zucker werden pro Tag im Notquartier benötigt, ebenso wie 2500 Semmeln und 2000 Mineralwasser-Flaschen. Gulaschsuppe oder andere Eintopf-Gerichte liefert das Bundesheer.

Mitten drin in der durch kaltes Neonlicht erhellten Halle haben sich auch 320 Asylwerber dauerhaft eingerichtet. Sagerschnig: "Für sie gibt es sonst keinen Platz." Mit Baugittern und Holzpaletten, die mit Decken blickdicht gemacht wurden, haben sie sich ein bisschen Privatsphäre geschaffen. "Ich lebe hier in einem Zelt. Es ist nicht schön, aber wir sind in Sicherheit, haben Schlafplätze und bekommen zu essen", so der Iraker Frhan.

Mittlerweile ist rund um die Asylwerber eine kleine Stadt entstanden. Auf Eigeninitiative haben Pfandfinder einen "Kita" eröffnet und basteln und zeichnen mit Kindern, während Pädagogin Veronika Michitsch mit ihrer Bildungszentrale Deutschkurse von Montag bis Sonntag organisiert und koordiniert. Es gibt vier Waschmaschinen, wo Asylwerber ihre Wäsche waschen und einen Modeladen, wo Helfer der Caritas die Hilfsbedürftigen mit gespendeter Kleidung versorgen und einen eigenen Spielplatz für Kinder mit Sandkiste.

Dankbar sind die Helfer den 13 bis 18 Jahre alten Burschen und Mädchen der Muslimischen Jugend Österreichs. Sagerschnig: "Sie haben sich das Vertrauen der Asylwerber erarbeitet." Sie helfen auch als Übersetzer, bei der Bewältigung des Alltags im Notquartier.

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