So, 18. November 2018

Einzigartige Mixtur

23.09.2015 10:16

Jeder Mensch hat für ihn typische "Bakterienwolke"

Jeder Mensch hat eine für ihn typische "Bakterienwolke". Nach einer neuen Studie hinterlassen Menschen ihren individuellen Cocktail nicht nur an Gegenständen, sondern auch in der Luft. "Wir hatten erwartet, dass wir das menschliche Mikrobiom in der Luft aufspüren können, aber wir haben überrascht festgestellt, dass wir die meisten Probanden anhand ihrer Mikrobenwolke sogar identifizieren konnten", berichtet James Meadow von der Universität Oregon in Eugene.

Die Mikrobiologen, die ihre Arbeit nun im Online-Journal "PeerJ" veröffentlichen, setzten für den Test nacheinander elf Menschen in ein keimfreies Einzelzimmer. Binnen eineinhalb bis vier Stunden hatten sie so viel Material gesammelt und untersucht, dass sie fast alle Mikroben-Wolken eindeutig einem Probanden zuordnen konnten.

Die Forscher nutzten zur Bestimmung der Bakterienarten ein sehr effizientes Verfahren: Sie analysierten bei allen Mikroben den gleichen kleinen Genabschnitt, der sich bekanntlich bei den meisten Arten etwas unterscheidet (16S-Sequenzierung). Er ist wie ein Strichcode auf einem Preisschild ein einfaches Erkennungsmerkmal für viele Bakterienarten. Auf diese Weise untersuchten die Forscher zudem die Bakteriengesellschaft der Luft in einem identischen leeren Zimmer sowie in der aus Frischluft- und Abluft-Rohren.

Bakterien-Mischung variiert von Mensch zu Mensch
Jeder Mensch gibt täglich Millionen Bakterien an seine Umwelt ab. Viele davon, wie die Rachenbewohner Streptokokken, oder Propioni-oder Corynebakterien, die auf der Haut vorkommen, sind im und am Menschen allgegenwärtig. Doch die jeweilige Mischung dieser Bakterien variiert von Mensch zu Mensch.

Inzwischen versuchen Forscher, sich das Phänomen auch in der Forensik zunutze zu machen, um etwa Verbrecher nicht mehr allein anhand ihrer Fingerabdrücke oder der DNA zu identifizieren - sondern möglicherweise auch an deren individueller Mikrobenmischung. Die Verfahren sind allerdings noch nicht ausgereift und massentauglich. Außerdem kann es Probleme geben, weil sensible, auch auf Krankheiten hindeutende Werte dabei zu finden sind.

US-Forscher aus Illinois gingen deshalb jüngst einen anderen, unverfänglicheren Weg: Sie untersuchten die Schuhsohlen von Konferenzteilnehmern aus Vancouver, Washington DC und Kalifornien und konnten allein anhand der anhaftenden mikrobiellen Bodenspuren zuweisen, wer an welchem Ort gewesen war.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Fortsetzung ungewiss
MotoGP in Valencia wegen Regens unterbrochen!
Motorsport
Mane in Afrika-Quali
Ex-Salzburger bricht nach Sieg in Tränen aus!
Fußball International
Koeman-Kraktakt
Gruppensieg? „Oranje“ reicht in Deutschland Remis
Fußball International
Fans wollen CR7 zurück
„Italien wieder da!“ Portugal-Spielstil kritisiert
Fußball International
Die Premiere
Nations League: Erstes Finalturnier in Portugal
Fußball International
„Malle-Jens“ ist tot
Promis trauern um beliebten TV-Auswanderer
Video Show Adabei-TV
„Engel mit Eisaugen“
Amanda Knox: Video zeigt ihre Verlobung
Welt

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.