Mi, 21. November 2018

Artenschutz-Erfolg

25.09.2015 08:14

Meilenstein: Wale stellen die US-Marine ruhig

Ein großer Erfolg im Artenschutz: Die US-Marine verzichtet in sensiblen Gebieten im Pazifik auf Militärsonare und explosive Munition. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt für stillere Ozeane.

Die US-Marine verzichtet auf den Einsatz aktiver Sonarsysteme und explosiver Munition bei Manövern in einigen für Meeressäuger wichtigen Gebieten im Pazifik vor Kalifornien und Hawaii - ein großer Erfolg, nachdem Naturschutzorganisationen wie der Natural Ressource Defense Council (NRDC), eine Partnerorganisation von OceanCare, gegen die Durchführung militärischer Aktivitäten in diesen Zonen geklagt haben.

Marine traf außergerichtliche Vereinbarung
Auf Anraten der Richterin traf die US-Marine mit den Klägern eine außergerichtliche Vereinbarung. OceanCare begrüße diese Entwicklung als Meilenstein zur Reduktion der Gefahr für das marine Leben durch Unterwasserlärm und wirke darauf hin, dass auch die NATO und andere militärische Streitkräfte diesem Beispiel folgen, so die Organisation in einer Aussendung.

Keine Sonarsysteme in wichtigen Lebensräumen
Gemäß der Vereinbarung muss die US-Marine in den kommenden drei Jahren auf die Nutzung aktiver Sonarsysteme und anderer gefährlicher Technologien in folgenden Gebieten verzichten: Im für Wale und Delfine wichtigen Lebensraum um die hawaiianischen Inseln Big Island, Maui und Molokai, sowie in den Nahrungsgründen der Blauwale und im Rückzugsgebiet der tieftauchenden Schnabelwale vor Kalifornien. Vorgesehen ist auch die Bereitstellung von Mitteln für die Erforschung der Tiere und die Untersuchung gestrandeter Meeressäuger zur Ursachenerkennung.

Nachweisliche Bedrohung für Meerestiere
Der Einsatz aktiver Sonarsysteme im mittel- und niederfrequenten Bereich zum Aufspüren feindlicher U-Boote bedroht die Meerestiere nachweislich. Bei gewissen Walarten führt der enorme Lärm zu physischen Schäden mit tödlichem Ausgang. "Wir begrüßen den Entscheid der US Marine. Er zeigt, wie ernst die Gefahr durch Unterwasserlärm ist", sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, und fügt hinzu: "Wir vermissen ähnliche Maßnahmen der NATO und anderer Militärs, die weiterhin unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit Naturschutzmaßnahmen aussetzen."

Immer mehr Walstrandungen im Mittelmeer
In europäischen Gewässern, insbesondere im Mittelmeer, kommt es regelmäßig zu Walstrandungen, die zeitlich und örtlich mit militärischen Manövern korrelieren. Der Appell zahlreicher Wissenschaftler, strikte Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Walpopulationen zu treffen, wurde von der NATO und anderen Streitkräften bislang ignoriert.

Europäisches Militär ohne Argumente?
"Was helfen den Walen der Eintrag in die Rote Liste gefährdeter Arten oder Lippenbekenntnisse zu Schutzmaßnahmen, wenn Militärs gefährdete Meeressäuger aus ihren Lebensräumen heraus dröhnen? Mit der Vereinbarung zwischen der US-Navy und Naturschutzverbänden wird auch den europäischen Militärs jegliche Argumentationsgrundlage entzogen und aufgezeigt, dass Folgen militärischer Aktivitäten richtig einzuschätzen und gegebenenfalls Maßnahmen und Restriktionen zu treffen sind", sagt Nicolas Entrup, Campaigner für OceanCare und NRDC.

Bedenklich ist auch, dass die EU-Meeresrahmenrichtlinie, die Unterwasserlärm als ernste Gefahr für Meerestiere erkennt und nationale Aktionspläne zur Lärmreduktion einfordert, militärische Aktivitäten von den Maßnahmen ausschließt.

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