LeFloid reicht's!

Hasskommentare: "Facebook ist am verseuchtesten"

Zweimal pro Woche stellt der Berliner YouTuber LeFloid seine "LeNEWS" online und kommentiert aktuelle Themen. Seine 2,7 Millionen Follower und mehrere hunderttausend Klicks pro Video bestätigen: LeFloid erreicht die Jugend, wie kaum ein anderer und spricht das aus, was sich viele Teens und Twens denken. In seinem jüngsten LeNEWS-Video "Respektloser Scheiss - oder wichtige Bilder" dreht sich alles um die Flüchtlingskrise und Hasspostings auf Facebook: LeFloid reicht's!

Mehr als 800.000 Mal wurde das Video seitdem angeklickt und LeFloids klare Worte zum Thema Flüchtlingskrise polarisieren und bewegen die User. "Das könnte ein etwas holpriges Video werden", heißt es zu Beginn - und ja, das wird es auch, geht es doch um die Veröffentlichung des Fotos, welches ein totes Flüchtlingskind am Strand zeigt. "Ungeschönte Wahrheiten (abbilden) sind eigentlich die Hauptaufgabe des Journalismus", bezieht er Stellung.

Hasspostings bei der Polizei anzeigen
"Was so ein Bild aber auch noch bewirkt, ist, dass Leute ihr Gehirn auf Sparflamme schalten und sich auf Facebook über so ein totes Flüchtlingskind freuen", gibt sich LeFloid entsetzt. "Immer mehr Leute zeigen Hasspostings und Hetzpostings auf Facebook bei der Polizei an und ich sage: Geil, weitermachen!"

Im "Spiegel Online"-Interview wird LeFloid noch konkreter und fordert auch den Facebook-Konzern auf, aktiv gegen diese Hasspostings vorzugehen:

Warum dreht sich die Debatte beim Thema Hass im Netz so sehr um Facebook?

LeFloid: Die Netzwerke sind gut zu unterscheiden: YouTube hat ein sehr junges Publikum. Twitter hat ein smarteres Publikum - was auch daran liegen kann, dass Neonazis Probleme haben, ihre Gedanken in 140 Zeichen zu fassen. Bei Facebook wird deutlich, dass sich dort eine andere Gruppe etabliert hat: Wenn man sich die Kommentare durchliest - sofern sie im Hinblick auf Inhalt und Rechtschreibung zu ertragen sind - merkt man, welchen Bildungsstand viele Kommentatoren haben.

Dumpfe ausländerfeindliche Kommentare gibt es doch auch auf YouTube und Twitter.

LeFloid: Ja. Aber auf YouTube sind es tatsächlich weniger. Meiner Meinung nach ist Facebook derzeit leider das schlimmste und verseuchteste Netzwerk, was rassistisches Gedankengut angeht.

Bei Facebook werden auch viele Beiträge gemeldet - aber nicht gelöscht.

LeFloid: Es kann doch nicht sein, dass da jede Brustwarze gelöscht wird, aber Leute ihre verqueren Weltansichten von rechts-außen posten können und die Menschenwürde von Flüchtlingen verletzen. Da muss inhaltlich anders kontrolliert werden.

Wie denn?

LeFloid: Wichtig wäre, von der typisch amerikanischen Haltung ein Stück weit abzurücken und sich Einzelfälle anzuschauen. Das heißt, dass sich Teams jene Kommentare und Profile, die oft gemeldet wurden, angucken und diese gegebenenfalls auch wirklich schnell löschen. Das muss bei einem Riesenkonzern möglich sein. Facebook hat doch auch nichts davon, wenn die Plattform verpönt ist als Verbreitungsweg für rechtes Gedankengut.

cgi (via Spiegel Online)

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