Gekaufte Likes

Wienerin packt aus: Schummel-Tricks auf Instagram

Kaum ein anderes soziales Netzwerk geht derzeit so durch die Decke wie Instagram. Es wird gepostet, gebloggt und gehashtagt was das Zeug hält. Umso mehr Likes und Follower ein Instagramer hat, desto interessanter wird er für die Werbewirtschaft. Eine Wiener-Insiderin packt nun aus - so läuft das Geschäft mit den gekauften Followern!

In den USA bekommen die Top-Instagramer von Unternehmen und Kooperationspartnern schonmal einige hundertausend Euro für ein Foto-Post, hierzulande immerhin noch bis zu 500, Tendenz steigend. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass User, die kommerzielle Interessen verfolgen, auch gerne mal ein paar Euro in die Hand nehmen und Follower bei dafür spezialisierten Unternehmen kaufen.

Bot-Follower und Fake-Profile
"Es gibt verschiedene Varianten Follower zu kaufen: Von dem Kauf von ein paar Tausend sogenannten Bot-Followers bis zum Kauf von 'echten' Followern", berichtet die Wiener Insiderin Eva*. Vor allem Bot-Programme seien laut Eva bösartig: "Bots agieren quasi fast 'menschlich' und verteilen Herzchen und nette Kommentare wie 'Beautiful photo' oder 'Nice shot' in eurem Namen", erklärt sie im City4U-Talk. "Das alles macht man nur zu dem einen Ziel, um anderen Usern aufzufallen und zurück gefolgt zu werden. Der Bot ist quasi darauf trainiert so lange zu folgen und zu entfolgen, bis einem der andere, reale Instagram-User zurückfolgt", erklärt Eva.

Diese Bots, wie etwa von der Plattform Instagress.com angeboten, sind naturgemäß weder bei den "echten" Bloggern, noch bei Instagram selbst gerne gesehen. So gibt es auf Insider-Websites, wie etwa Reddit.com, nicht wenige Hinweise, dass Instagram-Profile nach der Verwendung von Bot-Programmen gelöscht worden sind. Auch auf Socialblade.com kann man relativ rasch User entlarven, die mit Bot-Programmen arbeiten: "Ein Bot-Verwender folgt mal bis zu 900 Usern an einem Tag, dann wieder nur 200 Usern. Auf diese Art erkennt man, dass nicht der User selbst die Likes gesetzt hat."

"Entdecke Personen"
Jedoch ist auch Instagram selbst nicht unschuldig an diesem neuen Trend, hat es doch durch die Einführung des "Entdecke Personen"-Menüpunkts User herangezüchtet, die Geld für Bots und Fake-Profile in die Hand nehmen, nur um in diesem Menüpunkt gelistet zu werden.

Unterm Strich gibt Eva aber Entwarnung - zumindest hierzulande: "Der Großteil der User schätzt die Plattform Instagram immer noch für das, was sie ist - ein Kanal zum sozialen Austausch und zum Teilen von Fotos." Abschließend auch noch ein Appel in Richtung der Unternehmen und Wirtschaftspartner: "Man sollte generell nicht so sehr auf die Zahlen schauen, sondern auf die Qualität des Contents und auf die Menschen dahinter!"

(*= Name von der Redaktion geändert)

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