Mo, 16. Juli 2018

Randale nach Vorfall

20.08.2015 10:10

St. Louis: Polizei erschoss 18-jährigen Schwarzen

Erneut tödliche Schüsse auf einen Schwarzen in den USA: Die Polizei in St. Louis im Bundesstaat Missouri hat am Mittwoch bei einer Hausdurchsuchung einen 18-Jährigen getötet. Die Polizei teilte mit, der junge Schwarze habe zuvor mit seiner Waffe auf die Beamten gezielt. Kurz nach dem Vorfall kam es in der Stadt zu Krawallen.

Wie die Lokalzeitung "St. Louis Post-Dispatch" berichtete, habe der 18-Jährige eine Pistole auf zwei weiße Polizisten gerichtet, die einen Durchsuchungsbefehl gehabt hätten. Daraufhin hätten die beiden Beamten das Feuer eröffnet und ihn getötet. Die Polizei stellte vier Feuerwaffen sicher, einige davon waren gestohlen worden.

Nach dem Tod des 18-Jährigen kam es noch am Abend zu Zusammenstößen in der Stadt. Demonstranten hätten Flaschen und Ziegelsteine auf die Sicherheitskräfte geworfen und eine Kreuzung blockiert, erklärte Polizeichef Sam Dotson. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Nach neun Festnahmen sei wieder Ruhe eingekehrt. In einer späteren Pressemitteilung war von mehreren nächtlichen Einbrüchen und einem in Brand gesteckten Fahrzeug die Rede.

Vergangene Woche erneut Randale in Ferguson
In der Kleinstadt Ferguson, einem Vorort von St. Louis, war es in der vergangenen Woche zu Ausschreitungen gekommen. Daraufhin verhängten die Behörden zwischenzeitlich den Ausnahmezustand. Ferguson hatte an die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown vor einem Jahr erinnert. Das friedliche Gedenken schlug in Gewalt und Plünderungen um, bis sich die Lage wieder beruhigte.

Brown war am 9. August des Vorjahres nach einem Handgemenge von dem weißen Polizisten Darren Wilson mit mehreren Schüssen getötet worden. Wilson wurde nicht angeklagt, obwohl der von ihm erschossene Jugendliche unbewaffnet war. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt, vielerorts gab es Proteste.

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