Di, 19. Juni 2018

317 Kilometer Stau

07.08.2015 09:51

U-Bahn-Streik: "Ausnahmezustand" in London

Ein Streik bei der U-Bahn in London hat am Donnerstag Pendler und Touristen Zeit und Nerven gekostet. Busse, Vorortzüge und Stadtbahnen waren bereits in den frühen Morgenstunden überfüllt, an Stationen bildeten sich Warteschlangen. Weil viele aufs Auto auswichen, meldete der Geodaten-Anbieter TomTom in der Hauptverkehrszeit rund 430 Staus mit einer Gesamtlänge von 317 Kilometern - doppelt so viel wie am Donnerstag zuvor. Freitagfrüh waren wieder alle elf Linien in der Metropole unterwegs.

Um Pendler und Besucher in der Urlaubszeit halbwegs rasch ans Ziel zu bringen, setzte die Verkehrsgesellschaft TfL 250 Busse zusätzlich ein, an Leihfahrrad-Stationen standen außerdem mehr Räder als sonst bereit. TfL schickte zudem 600 "Reise-Botschafter" los, die vor allem Touristen erklären sollten, wie sie zu Fuß oder mit dem Bus von A nach B kommen.

Streit über Nachtarbeit an Wochenenden
Grund für den Arbeitskampf ist ein Streit über den Nachtverkehr der "Tube" an Wochenenden, der am 12. September beginnen soll. Bisher fahren nur Nachtbusse in London. Die Angestellten der U-Bahn sind mit den Bedingungen für ihre Nachtschichten nicht einverstanden. Bürgermeister Boris Johnson nannte das jüngste Angebot der Nahverkehrsgesellschaft "unglaublich großzügig" und will weitere finanzielle Zugeständnisse nicht gestatten. Die Gewerkschaften sehen dagegen den Ausgleich von Arbeits- und Freizeit nicht garantiert und fürchten, dass Fahrer kurzfristig für Nachtschichten eingeteilt werden.

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