Fight Club

Undercover im Kampftempel

Zuerst Schreie. Dumpfe Schläge. Dann Stille. Dann wieder Gebrüll. Frenetisch. Sieg. Die Arme hoch über dem Kopf, der Schädel blutrot, der Atem keucht. Triumphierend steht der Boxer im Ring des Fight Clubs, dem umstrittenen Kampftempel an der neuen Copa Cagrana.

Lokalaugenschein im Fight Club, jenem Kampftempel, der noch als "Schandfleck" an der neuen Copa Cagrana gilt. Zusperren musste man, nur kurz nachdem im Mai geöffnet wurde. Jetzt darf der Betrieb weitergehen. Vorerst. Wenn es dunkel wird, gehen die Kämpfe los. 21.30 Uhr. Laute Musik dröhnt im Kampftempel, es riecht nach Schweiß. Zwei Muskelprotze sind eben aus dem Ring gestiegen, reiben sich die nasse Stirn. Schulterklopfen. Männliches Publikum dominiert, Frauen sind nur in Begleitung da. Zu viel Testosteron.

Ein Angestellter rennt mit Megafon durch den Club. Will zum Kampf animieren. "Willst du kämpfen?" "Neiiiin!" Ein Mondgesicht hält schützend die Hand vor den Bauch. Gelächter.

Dann drückt sich eine Gruppe Halbstarker durch den Eingang. Sie wollen in den Ring. Glücklich ist man darüber nicht. Die Youngsters scheinen beim Kampf eine offene Rechnung miteinander zu begleichen. Es geht aggressiv zu. Nur mit Boxen hat das wenig zu tun.

"Scheiße ist das", raunt einer. "Publikumskämpfe gehen nicht. Es kommen nur Kinder. Und Tschetschenen." Bald sei wieder ein Termin beim Magistrat, hört man an der Bar. "Nur Schikane. Die wollen den Ring nicht."

Und wie soll’s weitergehen? "Wir machen hier dann Party. Den ersten Copa-Cagrana-Tanzclub. Du bist immer willkommen …"

Soll der Fight Club weiter bestehen bleiben oder findet ihr den Kampftempel nur peinlich? Seid ihr selbst schon mal dort fighten gewesen? Schick‘ uns deine besten Fight-Pics und sag uns, was du denkst: Poste unter #city4u auf deinem Instagram-Account oder unter #city4u auf unserer Facebook-Page – wir freuen uns!

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