Mo, 18. Juni 2018

Kein Land der Raser

26.04.2006 10:06

160 auf der Autobahn keine "gängige Praxis"

Jedes Jahr führt das Kuratorium für Verkehrssicherheit österreichweite Geschwindigkeitsmessungen im Ortsgebiet, im Freiland und auf Autobahnen durch. "Die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2005 machen das riskante 160-Experiment von Vizekanzler Gorbach noch schwerer nachvollziehbar", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

"Von einer gängigen Tempo-160-Praxis auf Autobahnen sind wir weit entfernt.  Mit diesem Versuch werden die Ziele und Vorhaben des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms gefährdet."

Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen
An 49 Messstellen auf österreichischen Autobahnen, wo 130 km/h erlaubt sind, wurde das Tempoverhalten von insgesamt 10.394 Pkw-Lenkern erhoben. Bei den Messungen wurden nur Fahrzeuge erfasst, die völlig ungehindert fahren konnten und sich nicht etwa in einer Kolonne oder hinter einem Lkw befanden. 85 Prozent der Pkw haben 135 km/h nicht überschritten, die mittlere Geschwindigkeit lag bei rund 120 km/h.

Je höher die Geschwindigkeitsklasse, desto geringer ist der Anteil der Fahrer, die das Gas kräftig durchtreten. Nur sechs Prozent der Gemessenen fuhren zwischen 136 und 140 km/h, mit 141 bis 145 km/h bewegten sich noch vier Prozent der Pkw-Lenker über die Autobahn. Mit 146 bis 155 km/h waren drei Prozent unterwegs.

"Bei einer Geschwindigkeit zwischen 156 und 160 km/h ist gerade einmal ein Prozentsatz von 0,36 übrig geblieben", betont Thann. "Das zeigt, dass der Großteil der Autofahrer seine Fähigkeiten richtig einschätzt und nicht mit seinem Leben spielen will, auch wenn die Fahrzeugtechnik noch so ausgereift sein mag.

Bei einer Kollision mit 160 kann auch das beste und stärkste Auto  zur Todesfalle werden." Außerdem sei es auch aus volkswirtschaftlicher Sicht fragwürdig, ob für einen derart geringen Prozentsatz von Geschwindigkeitsüberschreitern ein Millionenaufwand betrieben werden muss.

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