Zu viel Sex

Die Stones streichen bei China-Konzert Songs

Musik
07.04.2006 17:08
Beim Auftritt in Schanghai verzichten die Rock-Dinosaurier auf Bitte des chinesischen Kulturministeriums auf "Honky Tonk Woman", "Brown Sugar", "Beast of Burden" und "Let's Spend the Night Together".
kmm

"Zum Glück haben wir noch 400 andere Songs, die wir spielen können", sagte der Sänger der Band, die es seit über 40 Jahren gibt.

Die britischen Rockoldies hatten bereits vor drei Jahren auf Druck des chinesischen Kulturministeriums zugesagt, vier ihrer bekanntesten Songs nicht zu spielen: "Honky Tonk Woman", "Brown Sugar", "Beast of Burden" und "Let's Spend the Night Together". Damals waren die zwei geplanten Konzerte in China aber wegen des Ausbruchs der lebensgefährlichen Lungenseuche SARS abgesagt worden.

Sexuelle Anspielungen unerwünscht
Die Titel fehlen auch auf der offiziellen chinesischen CD des Greatest-Hits-Albums "40 Licks". Das Kulturministerium habe jetzt noch einmal "freundlich darum gebeten", die Lieder nicht zu spielen, sagte Mick Jagger. Der chinesischen Regierung gefallen die sexuellen Anspielungen in den Texten nicht.

Für das Konzert sei nun noch ein weiterer Song auf dem Index gelandet, sagte Mick Jagger, verriet aber nicht welcher. Möglicherweise haben sich die Rockidole, die 1962 anfingen, Musik zu machen, auch ein Hintertürchen offen gehalten. "Vielleicht spielen wir die Songs instrumental", sagte der Gitarrist Keith Richards.

Kaum Chinesen unter Zusehern
Die Rolling Stones hatten sich jahrelang erfolglos darum bemüht, in China auftreten zu dürfen. "Seit wir zum ersten Mal fragten, hat sich das Land sehr verändert, und schließlich haben sie eingewilligt", sagte Jagger. Das Debüt im Reich der Mitte, das seit Tagen ausverkauft ist, sei das erste Konzert einer ausländischen Rockgruppe, welches auch später im chinesischen Staatsfernsehen gezeigt werde, meinte Mick Jagger.

Die legendäre Band wird in der kleinen "Shanghai Grand Stage" vor nur 8000 Menschen auftreten, nachdem sie in Rio de Janeiro jüngst vor mehr als einer Million Fans gespielt hatte. Die Tickets kosteten umgerechnet etwa zwischen 30 und 300 Euro und wurden vor allem an Ausländer verkauft, die in China leben.

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