Do, 16. August 2018

Erfolg für Polizei

24.04.2015 19:39

Extremismus: Auch Schändung der Kirche ist geklärt

Wie erfolgreich die Polizei bei der Aufklärung von Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund ist, zeigt eine Zwischenbilanz. Auch die Beschmierungen in der Kirche in der Doppler-Klinik sind geklärt. Besonders tragisch: Ausgerechnet der Vater einer Verdächtigen engagiert sich in der Aktion "88 gegen rechts."

Diese Fakten gab die Landespolizeidirektion nun bekannt: Im Frühjahr 2015 hatten Unbekannte in der Salvator-Kirche auf dem Gelände der Doppler-Klinik in Lehen das Altartuch und ein Gesangsbuch mit satanischen und nationalsozialistischen Symbolen beschmiert. Sechs Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren konnten als Verdächtige festgenommen werden.

Ein Mädchen (14) hatte mit einem schwarzen Stift zwei Hakenkreuze und die Zahl 88 (im geheimen Nazi-Code "Heil Hitler", achter Buchstabe des Alphabets) auf den Altar gezeichnet. Bereits einige Tage vorher hatte sie den Altar des Gotteshauses auf dem Gelände der Klinik (von wo in der NS-Zeit zahlreiche beeinträchtigte Menschen in Vernichtungslager deportiert worden waren) mit dem Schriftzug "Heil Satan" und einem auf dem Kopf stehenden Kreuz beschmiert.

Mädchen unter Gruppenzwang
Am gleichen Abend rief eine Salzburgerin (15) in der Kirche in Anwesenheit ihrer Freunde laut "Heil Hitler!" Sie sei unter "Gruppendruck" gestanden, nachdem ihre Freundin "Heil Satan" geschrien hatte. Beide sind nicht der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Im Gegenteil: Der Vater eines Mädchens (15) engagiert sich in der Aktion "88 gegen rechts", der viele Prominente angehören. Beide haben einen multikulturellen Freundeskreis. Ihr Wissen um den Nationalsozialismus beschränkt sich auf die im Gang befindliche öffentliche Diskussion.

Geklärt ist auch die Schändung eines "Stolpersteins", der zum Andenken an verschleppte jüdische Mitbürger verlegt worden war: Ein Pole war in ein Souvenirgeschäft eingebrochen und hatte den Stolperstein mit Schokoladerum überschüttet. Überdies malte er mit einem Marker NS-Symbole an die Hauswand in der Getreidegasse und schrie: "White Power!"

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