Di, 11. Dezember 2018

Abtrünnige VP-lerin

22.04.2015 16:35

Die gekaufte Braut

Das Team Stronach brauchte nur eine einzige Unterschrift, um bei der Landtagswahl Ende Mai antreten zu können. Und: Gleich 26 Abgeordnete werden im nächsten Hohen Haus nicht dabei sein.

Liebe Leser, die schönsten Geschichten, oder, wenn Sie so wollen, auch die obskursten schreibt das Leben selbst – auch in der Politik! Wie das Team Stronach fünf Wochen vor der Wahl seinen Spitzenkandidaten, den Basenpulver-Doktor Auer, abserviert hat – alle Achtung, so viel an Dreistigkeit wird selten geboten! Aber die G’schicht wird ja noch um einiges skurriler. Da hatten die Stronachianer im Vorfeld medial verblasen, wie fleißig sie Unterstützungserklärungen – 200 Unterschriften von unbescholtenen Bürgern braucht’s in jedem der vier Wahlkreise, damit man überhaupt zum Kampf um den Landtag antreten darf – sammeln. Sogar „Kopfgeld“ war man bereit zu zahlen.

Ums abzukürzen: Dem Werber, der die meisten Unterstützer bringt, würden 500 Euro überwiesen. Irgendwie auch ein Bettel bei den Summen, die bei einer Wahl im Spiel sind, aber sei’s drum. Doch jetzt darf man zumindest staunen. Das Team Stronach hat bei der Wahlbehörde gar nicht 800 Unterschriften deponiert. Nein, in Wahrheit ist es lediglich eine einzige für alle vier Wahlkreise zusammen! Wie das geht? Ganz einfach, die Unterschrift eines Abgeordneten wiegt die von 200 Normalbürgern locker auf. Und das „Team“ hat offensichtlich eine Landtagsabgeordnete gefunden, die sich darauf eingelassen hat.

Waltraud Schiffer, die sich vor wenigen Wochen von der Volkspartei beleidigt abgewandt hat. Der Grund für den Bruch mit den Schwarzen: Sie war für die Gemeinderatswahl in ihrer Heimat Eggersdorf nicht für einen Spitzenplatz nominiert worden. Die Freiheitlichen hatten sie kurz hofiert, sie sitzt jetzt auch auf einem blauen Ticket im Gemeinderat. Jetzt scheint Schiffer mit dem „Team Stronach“ eine neue Liebe gefunden zu haben. Ob’s für die Unterschrift am „Ehevertrag“ auch eine ordentliche Mitgift gegeben hat?

Das Chaos fünf Wochen vor der Wahl und ein vollkommen unbekannter Spitzenkandidat – Josef Kaltenegger, ein Agrarfachmann – lassen die Bäume des Teams Stronach nicht gerade in den Himmel wachsen. Der Parteigründer kann einem leid tun. Der Mann hat so Unglaubliches in seinem Leben geleistet, nicht zuletzt ist er, und das ohne Übertreibung, ein Wohltäter der Steiermark. 12.000 Jobs geschaffen, das ist ja nicht gerade nix. Aber eine Partei so mit links zu führen, das läuft halt nicht. Zumindest nicht in Österreich.

Andere Geschichte: Dienstag war vorletzte Landtagssitzung vor der Wahl. Und wenn man sich so im Plenum umgeschaut hat, da waren schon einige wehmütige Gesichter zu sehen. Für viele heißt es Abschied nach vielen Jahren nehmen. Denn es wird ein Kahlschlag, der Landtag bekommt viele neue Gesichter.

Wer muss gehen? Bei der SP sind es Waltraud Bachmaier-Geltewa, Renate Bauer, Werner Breithuber, Detlef Gruber, Monika Kaufmann, Ewald Persch, Gerald Schmid, Siegfried Tromaier, Markus Zelisko, Martin Weber, Maria Fischer, Franz Schleich. 12 von den insgesamt 23 bisherigen, das ist schon ein Aderlass.

Bei der ÖVP verlassen den Landtag: Erwin Gruber, Edi Hamedl, Barbara Hollomey, Eva-Maria Lipp, Franz Majcen, Josef Ober, Waltraud Schiffer (FP/VP), Waltraud Schwammer, Gregor Hammerl, Ingrid Gady. Auch zehn Mann/Frau hoch.

Und bei den Freiheitlichen verabschieden sich Peter Samt, Gunter Hadwiger, bei den Grünen Ingrid Lechner-Sonnek.

Letzte Meldung: Lange nix gehört von den „Piraten“, gestern gab’s ein Lebenszeichen. Sie hätten die nötigen Unterstützungserklärungen für die Wahl zusammen, werden im Wahlkreis Graz/Graz-Umgebung antreten und hoffen hier auf ein Grundmandat.

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