Fr, 17. August 2018

Geheime Gegen-Studie

16.04.2015 19:46

CIMA ist "Spezialist" für Nein zu Einkaufszentren

Die Nebel um die viel umstrittene CIMA-Studie, mit der die Landesregierung den Ausbau des Europarks verhindern will, lichten sich: Das Institut aus Ried im Innkreis ist "Spezialist" für "Nein" zu geplanten Einkaufszentren. Und die damalige Regierung selbst gab 2013 eine Studie gegen eine CIMA-Untersuchung in Auftrag.

Wie ein roter Faden zieht sich das "Njet" von CIMA durch geplante Projekte in ganz Österreich:

-) Da ist einmal die vorgesehene Erweiterung des Messeparks in Dornbirn. Der Bürgermeister von Rankweil erklärte, dass man sich schon seit Jahren mit dem Thema befasste und die allererste CIMA-Studie in Auftrag gegeben habe.

-) In der Gartenstraße in Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel wollte ein Wiener Investor ein 15.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum bauen lassen. Und schon war Roland Murauer mit einer CIMA-Studie im Auftrag einer Bürgerinitiative zu Stelle.

-) Der geplante Ausbau des Einkaufszentrums am Stadtrand von Wels mit dem Titel "max.center" ließ in der oberösterreichischen Stadt die Wogen hoch gehen. Natürlich kam auch hier eine Kaufkraft-Analyse der Firma CIMA.

-) Noch einmal Vorarlberg, diesmal Bregenz: Da errechnete eine CIMA-Studie für das Land ein Einkaufsflächenpotenzial von 59.100 Quadratmetern bis zum Jahr 2020 und Roland Murauer, der CIMA-Chef, warnte: "Die Seestadt könnte man mit viel Bauchweh umsetzen."

Der damaligen Salzburger Landesregierung dürften vor knapp zwei Jahren Bedenken hinsichtlich der CIMA-Studien gekommen sein. Unter dem Titel Gutachterliche Stellungnahme zur vorliegenden Studie der CIMA Austria Beratung und Management GmbH gab es eine ecostra-Untersuchung im Auftrag der Landesregierung. Das Konvolut liegt der "Krone" vor, es weist das Datum vom 8. Juli 2013 auf. Die Firma "ecostra" befindet sich in Wiesbaden in Deutschland. Es ist sozusagen eine gewünschte Überprüfung der CIMA-Studie von März/ April 2013: Handelswissenschaftliches Modell zur Spezifizierung des Zentrale-Orte-Systems im Bundesland Salzburg.

Das Ergebnis war für CIMA vernichtend . . .
Die Kontroll-Ergebnisse fassen die Deutschen Wissenschafter zusammen: "Bedenklich ist, dass die CIMA auch hier in einem Abschnitt der Studie, in dem versucht werden sollte, Methoden und Grundlagen für eine spätere Analyse aufzubereiten, bereits das wohl gewünschte Ergebnis vorwegnimmt und sich so von jeglicher objektiver Betrachtung verabschiedet." Und: "Transparenz und Nachvollziehbarkeit bleibt die CIMA dann aber schuldig."

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