Fr, 17. August 2018

Schlepperei-Verdacht

12.04.2015 20:24

Salzburger Taxler landete im Häfen

Es ist ein beliebte Methode bei Menschen, die sich illegal in der EU aufhalten: Mit dem Taxi von Salzburg nach Bayern soll die deutsche Schleierfahndung in Zügen und auf der Autobahn umgangen werden. Sonntagfrüh geriet ein unschuldiger Taxler in diese "Schlepperfalle" und saß mehrere Stunden in Bayern in Haft.

Der Chef der Taxi-Vereinigung, Peter Tutschku, alarmierte die "Krone" über den Fall: An der Kreuzung Schmiedingerstraße und Hagenaustraße in Liefering baten Sonntagfrüh fünf Männer eine Passantin, ob sie ihnen ein Taxi rufen könnte. Die Frau war hilfsbereit und rief bei "8111" an. Die Funkzentrale schickte um 7.40 Uhr den am nächsten befindlichen Wagen hin, die Afghanen und Pakistani gaben als Ziel Bad Reichenhall an. Was der Taxler nicht wusste: Seine Fahrgäste wollten illegal über die Grenze, weil sie keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland haben. Der Lenker geriet prompt mit seiner Fuhr zwischen Freilassing und Ainring in eine Kontrolle der bayerischen Schleierfahndung, die nicht lang fackelte: Der Salzburger Taxler wurde wegen des Verdachts der Schlepperei fest genommen.

Taxi-Chef protestiert vehement dagegen
Für Tutschku ist diese vorauseilende Kriminalisierung der Taxifahrer nicht mehr akzeptabel: "Es ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Die bayerische Staatsanwaltschaft hätte einfach nur bei uns fragen können. Die Leitstelle hat den Wagen nach dem Anruf der Frau hingeschickt. Wie soll da jemals eine Verbindung zwischen Fahrer und den fünf Männern bestehen?" Am Sonntag sei vorerst auch niemand bei der Justiz erreichbar gewesen. Erst nach einigem Druck gaben die Bayern nach und ließen den Salzburger wieder frei.

Tutschku will nicht mehr nach Bayern fahren
Für Peter Tutschku ist nun eine Grenze erreicht: "Wir werden diese Woche besprechen, ob wir überhaupt noch über die Grenze fahren. Die Staatsanwaltschaft in Traunstein ist der Meinung, unsere Taxler sollen die Ausweise der Fahrgäste kontrollieren. Sicher nicht: Wir sind weder Behördenvertreter, noch sind wir dazu ausgebildet oder rechtlich befugt."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich
Nach Hinspiel-Pleite
4:0! Rapid wendet Aus in der Euro-League-Quali ab
Fußball International
Europa-League-Quali
Irre Wende! Neun-Tore-Wahnsinn in St. Petersburg
Fußball International
Unglückliches Aus
Last-Minute-Schock! LASK verpasst Sensation
Fußball International
Locker weiter
Sabitzer trifft bei Leipzig-Remis in EL-Quali
Fußball International
Fußmarsch zum Stadion
Bratislava-Fans stoppen U-Bahn vor Rapid-Match
Fußball International
Eklat in Linz
Besiktas-Fans randalieren! Polizei stürmt Tribüne
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.