Mi, 15. August 2018

Vor 250 Mio. Jahren

10.04.2015 06:01

Studie: Saure Urmeere schuld am Artensterben

Beim schlimmsten Artensterben in der Erdgeschichte vor 250 Millionen Jahren verschwanden rund 90 Prozent der Meereslebewesen und mehr als zwei Drittel der Landtiere. Wie ein internationales Forscherteam mit Grazer Beteiligung herausgefunden hat, haben zwei Vulkanausbrüche in Sibirien zur sukzessiven Versauerung der Ozeane geführt und nach der zweiten, heftigeren Eruption das Leben im Urmeer nahezu ausgelöscht.

"Ozeane können ziemlich stark Kohlendioxid puffern, wenn der Input langsam geschieht. An der Perm-Trias-Grenze bereitete nach einem ersten leichten ein weiterer, schneller und großer Eintrag von Kohlenstoff dem bereits instabilen Ökosystem, das von erhöhten Temperaturen und Sauerstoffverlust in den Ozeanen schon unter Druck gesetzt war, einen letzten Schlag", fasste Geochemiker Sylvain Richoz an der Universität Graz im Gespräch die Ergebnisse seiner jüngsten Forschungen zusammen.

Zu dem Ergebnis kam das internationale Forscherteam unter der Leitung der Universität von Edinburgh (School of Geoscience) mithilfe von Analysen von Bor-Isotopen in Versteinerungen, die von der Arabischen Halbinsel stammen. Die Messungen, wie sie in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins "Science" publiziert wurden, erlaubten es den Wissenschaftlern, etwa 300.000 Jahre am Übergang vom Perm- zum Triaszeitalter zu überblicken.

Versteinerungen mariner Organismen analysiert
In dem internationalen Forschungsprojekt bargen und analysierten die Forscher Versteinerungen von etwa 252 Millionen Jahre alten skelettbildenden marinen Organismen in Felsen der Musandam Mountains. Diese bauten neben Kalzium, Kohlenstoff und Sauerstoff in Kalziumkarbonat verschiedene andere Elemente in ihre harten Schalen und Skelette ein. Über die heutigen Konzentrationen von Bor und seiner stabilen Isotope könne auf die pH-Werte und Veränderungen im damaligen Ozean rückgeschlossen werden, schilderte Richoz.

Versauerung gab instabilen Urmeeren den Todesstoß
Das aus den Messungen hervorgehende Modell geht nunmehr davon aus, dass im späten Perm zwei Vulkanausbrüche Kohlendioxid in die Atmosphäre einbrachten. Nachdem die Ozeane zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend alkalisch waren, konnte der erste Ausstoß noch gepuffert werden. Rund 100.000 Jahre später habe ein zweiter, wesentlich intensiverer und schnellerer Ausstoß dann die finale Versauerung ausgelöst. Dies habe wiederum der Mehrzahl der Meereslebewesen den Todesstoß versetzt. Man geht davon aus, dass die Versauerung 10.000 Jahre angehalten hat.

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