Sa, 18. August 2018

Kunsthaus Graz

09.04.2015 14:14

Wirklicher als die Wirklichkeit

Mit "HyperAmerika" zeigt das Grazer Kunsthaus nicht nur eine thematische Fortführung seines diesjährigen Landschafts-Schwerpunktes, sondern auch eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Hyperrealismus und der Fotokunst in den USA. Bis 30. August.

Der künstlerische Blick auf die Landschaft unterscheidet sich im 20. Jahrhundert in Europa und in den USA ganz grundlegend. Geht es hier vorwiegend um eine Entmythologisierung, werden in Amerika das Land und seine Eroberung verherrlicht. Eines der Mittel dazu war die hyperrealistische Malerei, in der Landschaften quasi wirklicher als die Wirklichkeit dargestellt werden. Einige prächtige Beispiele von Don Eddie, Richard Estes, Richard McLean oder Ed Ruscha sind in der von Peter Pakesch und Katia Huemer kuratierten Schau zu sehen. Sie bedienen sich meist fotografischer Vorlagen, die – samt aller Störfaktoren wie Müll oder abblätternden Fassaden – genauestens abgemalt werden. Trotzdem vermitteln diese Bilder voller Autos und Werbesujets äußerst selbstbewusst den amerikanischen Traum.

Landschaften mit angekratzten Oberflächen
Definiert wurde die amerikanische Landschaft aber auch durch die Foto-Arbeiten dieser Zeit. Sie alle eint ein vermeintlich objektiver Zugang, der sich nicht nur auf "das Schöne" beschränkt. Dennoch spürt man auch hier, trotz der angekratzten Oberflächen, den Geist der Eroberung. Die Motive von Lee Friedlander, Walker Adams, William Eggleston und anderen sind nicht selten Industrieanlagen, Autos, Straßen und die Gebäude daran. Bis heute prägen diese Bilder unsere Vorstellungen von einem "American Way of Life".

Der "American Way of Life"
Die Ausstellung vereint nicht nur die wesentlichen US-Künstler dieser Strömungen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sie weckt auch eine unbestimmte Sehnsucht nach einem Amerika, das es so wahrscheinlich nie gegeben hat. Sehr sehenswert!

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