27.03.2006 17:57 |

Mädchenhass

Baby misshandelt, weil es kein Bub ist

Fünf Monate hindurch wurde Lea immer wieder geschlagen. Vom Vater misshandelt, weil sie "nur" ein Mädchen und kein Bub war! Jugendamt und Wiener Polizei haben - wie exklusiv berichtet - das Martyrium des neun Monate alten Babys beendet. Nun ist Lea bei Pflegeeltern, doch ihre Oma kämpft ums Sorgerecht.

Obwohl manche Misshandlungsspuren immer noch sichtbar sind, konnte klein Lea am Montag im St.-Anna-Kinderspital Pflegeeltern übergeben werden. "Genauer gesagt handelt es sich um 'Krisen-Pflegeeltern'. Ein Paar, das sich in den kommenden acht Wochen um das Mäderl kümmern wird", erklärt Daniela Attwood vom Jugendamt.

Während dieser Zeit prüfen die Behörden, ob es Bezugspersonen in der Verwandtschaft gibt, die sich künftig um Lea sorgen wollen - und das auch können. Eine davon ist Leas Oma mütterlicherseits. Die Frau ist entsetzt darüber, was ihr Schwiegersohn dem Enkerl angetan hat. Nun will sie ums Sorgerecht kämpfen.

Denn auch Leas Mutter, eine gebürtige Polin (20), bleibt weiter in U-Haft. Sonntagabend wurden sie und der verdächtige Ehemann, ein 21-jähriger Türke, ins Landesgericht überstellt. "Die Frau dürfte das Kind zwar nie selbst misshandelt haben. Sie hat allerdings auch keine Schritte unternommen, um das Martyrium des Mädchens zu beenden", so Polizei-Major Gerhard Winkler von der Kriminaldirektion (Gruppe Schaffer).

Text: Christoph Matzl und Christoph Budin, Kronen Zeitung
Foto: Symbolbild

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