AKH-Primar bleibt

Zwei Linzer Spitäler sollen unter einen Hut

„Wir wollen nicht nur eine Million, sondern vier Millionen Euro pro Jahr sparen“, nützte gestern der Linzer AKH-Aufsichtsrat die historische Chance, statt nur zwei Frauenabteilungen doch noch das ganze rote Stadtspital mit der neuen schwarzen Landes-Frauen- und Kinderklinik zu verschmelzen, So, wies der Landesrechnungshof gefordert, aber die Personalvertretung verhindert hat.

Baulich sind ja das 1000-Betten-AKH mit 2227 Beschäftigten und die 270-Betten-LFKK mit 1060 Mitarbeitern schon zusammengewachsen, politisch und wirtschaftlich aber nicht. Personell versuchte nun als Einzelkämpfer der Landes-Primar Dr. Gernot Tews, auch die Stadt-Gynäkologie zu führen. Argument: Synergien könnten 1,2 Millionen Euro pro Jahr ersparen. Gegenargument: Die Ärztekammer verbiete den Doppeljob.

Primar Stöger bleibt
Der AKH-Aufsichtsrat lehnte deshalb erwartungsgemäß den erstgereihten LFKK-Kandidaten Gernot Tews ab, bestellte aber auch nicht den zweitgereihten AKH-Oberarzt Cemil Yaman, sondern sorgte für eine Bomben-Überraschung: Der 65-jährige Gyn-Chef Helmut Stöger geht nicht in Pension, sondern bleibt noch Primar, um einen weiteren Versuch zur Verschmelzung abzuwarten.

„Wir nehmen jetzt den Landeshauptmann beim Wort“, spielt Stadtchef Franz Dobusch (SP) auf ein „Krone“-Interview mit Josef Pühringer (VP) an: Dieser hatte im Fall Tews eine Einsparung und Nachdenkpause mit dem Argument gefordert, dass die benachbarten Spitäler keine Konkurrenten sein sollten: „Den Patienten ist die Trägerschaft wurscht, wenn sie optimal betreut werden.“

Optimale Medizin bietet das größere Spital um 16 Prozent billiger an als die kleinere Klinik. Effizienter gingen Verwaltung, Einkauf und Küche ohne Doppelgleisigkeiten in einem gemeinsamen Superspital.

 

Foto: AKH

Freitag, 18. Juni 2021
Wetter Symbol