So, 19. August 2018

Nicht rechtskräftig

08.04.2015 14:17

400 Euro Geldstrafe nach Todessturz in den Ilzbach

Mit Tränen endete ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung in Graz: Ein 81-Jähriger wurde verurteilt, weil er eine Baustelle übersehen hatte und mit dem voll besetzten Pkw zehn Meter in einen Bach gestürzt war. Seine Frau und sein Schwager starben bei dem Unfall. Laut Gutachter war die Baustelle nur mangelhaft gesichert.

Bei strömendem Regen war der Angeklagte nach einem Ausflug mit 25 bis 30 km/h über ein umgefallenes Absperrgitter und eine Fräskante gefahren. „Es hat ein bisschen gerumpelt, aber nur minimal“, erklärte der 81-Jährige vor Gericht. Er habe nichts falsch gemacht. Doch plötzlich war die Straße aus und der Pkw stürzte in den Ilzbach. Seine Ehefrau (80) und sein Schwager (89) ertranken. Lenker und Bruder konnten sich retten.

Massive Fehler beim Absichern der Baustelle
Ein Gutachter erklärte, dass beim Absichern der Baustelle „massive Fehler“ passiert und Bescheide der Behörde mangelhaft gewesen wären – und von der Baufirma nicht einmal entsprechend umgesetzt wurden. Entsprechende Ermittlungen wurden eingeleitet.

Bedenkzeit
Doch wie soll man jemanden bestrafen, der seine Frau und einen Verwandten verloren hat?, stellte Richterin Michaela Lapanje in den Raum. Das (nicht rechtskräftige) Urteil: 400 Euro Geldstrafe, weil er die nötige Sorgfalt außer Acht gelassen hätte. Der Mindestpensionist, der unter Tränen seine Enkel in die Arme schloss, erbat sich Bedenkzeit.

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