Österreich-Premiere

Elementarereignis Nigel Charnock

Ich muss, darf und mag mich wiederholen: Vor drei Jahren, beim Gastspiel von Nigel Charnock im Linzer Posthof, schrieb ich: „Dieser Mensch ist ein Elementarereignis!“ - Nach der Donnerstag-Vorstellung bei den TanzTagen schreibe ich es noch einmal mit Leidenschaft: „Dieser Mensch ist ein Elementarereignis!“

Gibt es irgendetwas, was dieser Mensch nicht kann? Er singt zum Gänsehaut kriegen, er ist ein begnadeter „Körpertheatermacher“, er ist mit Billie Holiday vom Band quasi fleischgewordene Musik. Ein großes, witziges Kind, das sich seine Requisiten schamlos und ohne die geringsten Berührungsängste aus dem Publikum organisiert.

Er agiert politisch herzerfrischend unkorrekt - und unbeschreiblich unterhaltsam. Und er hat Witz: macht sich gnadenlos lustig über das „moderne Theater“ (in dem sich alle, also auch Nigel Charnock ausziehen). Und er sieht gut aus, tanzt sogar mit heruntergelassenen Hosen noch voller Inbrunst. Sänger? Tänzer? Comedian? Ein Elementarereignis!

PS: Nigel Charnocks Österreich-Premiere bei den TanzTagen hatte übrigens den Titel „Frank“ - was im englischen so viel wie „offen, aufrichtig, freimütig“ bedeutet.

 

 

Foto: grox

Samstag, 08. Mai 2021
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