30.03.2015 13:43 |

Experten warnen

Osterhase hat Schneemassen im Korb: Lawinen drohen

Kein Frühlingserwachen ist der Osterwoche – im Gegenteil: Bis zu den Feiertagen können auf den Bergen bis zu eineinhalb Meter Schnee fallen. Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol befürchtet die "gefährlichste Lawinenwoche dieses Winters". Wermutstropfen auch im Tourismus: Kurzentschlossene fallen großteils weg.

Das Fahrrad für die erste Tour vorbereiten, den Griller in den Garten stellen, im kurzärmeligen Leibchen nach versteckten Eiern suchen – solche Pläne für die Osterwoche kann man gleich wieder streichen. Denn mindestens bis Karfreitag ist in Nordtirol mit großen Niederschlagsmengen zu rechnen. "Die Schneefallgrenze sinkt auf bis zu 600 Meter", heißt es von der Wetterdiensstelle Innsbruck (ZAMG) zur zweiten Wochenhälfte.

Lawinenwarnstufe 4 ist erreicht

Bereits am Montag erreichte die Lawinenwarnstufe gebietsweise die Stufe 4 (große Gefahr), verschärfend wirkt der starke Wind. Rudi Mair: "Im Hochgebirge sind derzeit frische Triebschneeansammlungen sehr störanfällig. Unterhalb von 2000 Metern ist in der Folge des Regens mit einem Festigkeitsverlust der Schneedecke zu rechnen. Das kann Nass- und Gleitschneelawinen auslösen." Auch das Land Tirol warnte gestern offiziell: LHStv. und Sicherheitsreferent Josef Geisler rät zu größtmöglicher Vorsicht bei sämtlichen Wintersportaktivitäten außerhalb der gesicherten Pisten. Begünstigt ist Osttirol, hier muss man aber mit starkem föhnigem Nordwestwind rechnen.

Kurzfristige Buchungen im Tourismus bleiben aus

Für den Tiroler Tourismus ist der Schlechtwettereinbruch zu Ostern schmerzhaft. "Bei Regen, Schnee und Sturm hilft es leider nichts, dass auf unseren Pisten noch exzellente Bedingungen herrschen und fast alle Lifte laufen", bedauert Claudia Waldbrunner vom TVB Kitzbühel. Wie sieht es in St. Anton aus? "Die Osterurlauber tun mir leid, vor allem Familien mit Kindern haben ja schon längst gebucht. Doch oben am Berg schneit es und viele machen trotzdem das Beste daraus", sagt TVB-Chef Martin Ebster. Tirol-Werbung-Chef Josef Margreiter muss gestehen: "Für die erhofften kurzfristigen Reservierungen, die vor allem aus dem Nahraum kommen und sehr stark vom Wetter abhängig sind, ist die aktuelle Situation trotz des Neuschneezuwachses leider wenig förderlich . . . "

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