Mo, 25. März 2019
22.03.2015 20:03

Totgeglaubter lebt

Blutige Kämpfe um den Drogenhandel?

Ein Nordafrikaner überlebte eine Messerstecherei am Samstag beim Salzburger Bahnhof denkbar knapp, Entgegen ersten Berichten hat der Mann den Angriff überlebt. Die Hintergründe der Attacke sind indes noch unklar.

An immer mehr Bahnhöfen und in Parkanlagen quer durch Österreich tauchen jetzt Drogendealer auf und sorgen zunehmend für Probleme. Mögliches Beispiel ist die Messerstecherei unter nordafrikanischen Asylwerbern in Salzburg. Die Lage beim Hauptbahnhof sei Samstagabend ziemlich unübersichtlich gewesen, sagt Polizeisprecher Michael Rausch. "In der Erstinformation der Einsatzkräfte hieß es, eine Person sei verstorben. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Nordafrikaner mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital gebracht wurde."

Es ist demnach auch noch nicht bestätigt, ob es um einen Straßenkampf ging, bei dem die Vorherrschaft im regen Drogenhandel in der Stadt Salzburg eine Rolle spielte. (Die "Krone" distanziert sich ausdrücklich von Beschuldigungen gegen bestimmte Gruppen). Ein Kriminalbeamter zur "Krone": "Nach zahlreichen Gesprächen mit entsetzten Eltern sind wir zur Erkenntnis gelangt, dass manche Dealer ganz gezielt ihren Handel auf Gebiete bei Schulen ausdehnen." Auch bei den Straßenkämpfen unter Tschetschenen und Afghanen vor einigen Wochen in der Stadt Salzburg ging es laut Bundeskriminalamt um den Drogenhandel. Die ausufernde Drogenszene bringt den Rechtsstaat an seine Grenzen. So schildert ein Polizist aus Wien, dass er auf Grund der erhöhten Gefahr nur noch in Uniform durch Parkanlagen patrouillieren dürfe.

Was wirklich in Salzburg passiert ist
Augenzeugen berichten von dramatischen Ereignissen, die am Samstag vor dem City-Center ihren Ausgang nahmen. Eine Gruppe nordafrikanischer Asylwerber geriet in Streit und alsbald wurden dabei die Messer gezückt. Erste Rettungskräfte, die am Südtiroler Platz eintrafen, stornierten den angeforderten Notarzt: "Nur ein Leichtverletzter mit überschaubaren Stichwunden", so die erste Meldung. Doch Minuten später schlugen die Rettungskräfte neuerlich Alarm: "Bei der Freitreppe auf den Bahnsteig steht ein blutüberströmter Mann, er hat noch ein Messer in der Hand."

Neuerlich wurden Notarzt und Polizei angefordert, der Tatort wurde großräumig abgeriegelt. Es kam zu einer Blockade des gesamten Verkehrs. Der zweite, schwer verletzte Asylwerber wurde vor Ort reanimiert und ins Spital gebracht. Über seinen Gesundheitszustand gibt es keine Informationen. Mehrere Messer wurden sichergestellt, ein mutmaßlicher Täter wurde noch vor Ort verhaftet. Die Erhebungen gestalten sich weiter als schwierig, da Dolmetscher eingesetzt werden.

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