20.03.2006 21:19 |

Im Reha-Zentrum

Patient im Rollstuhl stand in Flammen

Die Lust auf eine Zigarette wurde einem Patienten in einer Wiener Rehab-Klinik zum Verhängnis: Herunterfallende Glut setzte den Jogginganzug des 66-Jährigen sofort in Brand. Der im Rollstuhl sitzende Pensionist erlitt schwere Verbrennungen. Trotz einer Notoperation starb er im AKH.

Im Rehab-Zentrum der "Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft" am Rosenhügel hatte der an der Parkinson-Krankheit leidende Patient ein paar Fortschritte gemacht. Als er am vergangenen Samstag allein in seinem Zimmer im Rollstuhl saß, verspürte der 66-Jährige den Drang, eine Zigarette zu rauchen.

Doch die durch Parkinson bedingten unkontrollierten Bewegungen kosteten dem Mann letztendlich das Leben. Sein Jogginganzug bestand aus einem Textilmaterial, das sofort Feuer fing und lichterloh brannte. Die Krankenschwestern im Raum nebenan bemerkten den Qualm wenig später und waren zur Stelle, noch bevor der Rauchmelder losging.

Mann starb im Spital
Mit Decken erstickte das Personal die Flammen. Die herbeigeholten Ärzte leisteten erste Hilfe. Ein Hubschrauber wurde alarmiert, um das mit schweren Verbrennungen übersäte Opfer ins Wiener AKH zu fliegen. Dort wurde der 66-Jährige operiert und in der Intensivstation am Leben gehalten. Montagfrüh mussten die Spezialisten im AKH den Kampf aufgeben. Der Mann erlag seinen Verletzungen.

Ein Sprecher der "Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft" zeigte sich völlig geknickt: "Es ist eine Tragödie. Das Personal war eh so schnell zur Stelle. Und trotzdem hatte der Patient keine Chance." Eine interne Untersuchung wurde bereits angeordnet."

Text: Tom Klinger, Kronen Zeitung
Symbolbild

Dienstag, 15. Juni 2021
Wetter Symbol