20.03.2015 16:43 |

Fangaktion im Tunnel

Rehbock von Autobahn gerettet

Normalerweise rasen über die Tauernautobahn Motorräder, Lkw und Autos, am Freitag verirrte sich dorthin aber ein Wildtier. Ein Rehbock war über die Anschlussstelle Flachau auf die Fahrbahn geraten und irrte panisch auf dem Asphalt herum. Ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei fing den Rehbock geschickt.

Es war gegen halb neun Uhr früh, als der Rehbock über die Anschlussstelle Flachau auf die Tauernautobahn in Richtung Salzburg lief. Das Tier irrte panisch umher und landete schließlich in der nahen Einhausung. Sofort wurde in der Verkehrsmanagement-Zentrale St. Michael die Ampeln für den Tunnel auf Rot gestellt. Polizisten versuchten das Wildtier zuerst aus der Einhausung zu treiben, scheiterten aber.

Erschöpft, aber gerettet
Dann nahte die Rettung in Form von Ulrich Wieland und seinem Team des Streckendiensts Flachau. "Das Tier war bereits völlig erschöpft", erinnert sich Wieland. "Als ich ankam, lag der Rehbock kurz vor dem Portal." Beherzt griff der Asfinag-Mitarbeiter zu und packte das Wildtier an den Hörnern oder "wie man eigentlich sagt, am Haupt", so Wieland. Der Bock wehrte sich nicht mehr und ließ sich aus dem Tunnel tragen. Als er wieder Wiese unter seinen Hufen spürte, lief er davon.

Ein seltener Einsatz für die erfahrenen Mitarbeiter. "Normalerweise haben wir es eher mit toten Füchsen und Dachsen zu tun", erklärt Wieland. Ab und zu verirrten sich aber auch in der Vergangenheit bereits Tiere oder gar ganze Herden auf die A10. So war die Tauernautobahn 2006 etwa zwischen Werfen und Pass Lueg stundenlang gesperrt, weil eine Herde Ziegen über die Fahrbahn lief. Nicht immer gehen die Vorfälle glimpflich aus. Bei Kuchl konnte eine Lenkerin 2013 einem ausgebüxten Pferd nicht mehr ausweichen und prallte gegen das Ross. Die Fahrerin blieb unverletzt, das Pferd aber verendete.

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