Premiere in Linz

Gepfefferte Wahlkampf-Satire

George Gershwins Musical „Of Thee I Sing“ als europäische Erstaufführung im Linzer Landestheater: eine gepfefferte Satire auf Vorgänge in der amerikanischen Politik, auf dortige Wahlkampfbräuche, auf Schönheitskonkurrenzen sowie Vaterlands-, Ehe- und Mutterschaftskulte. Heftiger Premierenapplaus!

Gershwins Musik, in ihrer rhythmischen Schubkraft wie genüsslichen Sentimentalität gleichermaßen genialisch, war beim Bruckner Orchester unter Marc Reibel in den besten Händen. Das auf amüsante Akrobatik getrimmte, in unterschiedlichen Erscheinungsformen eingesetzte Ballett geriet in der Choreografie von Melissa King zum waschechten Augenluxus.

Regisseur Matthias Davids - in Linz bereits musicalerfahren mit „West Side Story“ und „Crazy For You“ - sorgte zumindest im 1. Akt für rasantes Tempo und prasselnde Pointen, auch die Bühne von Marina Hellmann und die Kostüme von Judith Peter warteten mit einer geballten Ladung an Einfällen auf.

Die rund zwanzig verschiedenen Rollen waren aus Mitgliedern des Opern- wie des Schauspiel-Ensembles hochkarätig besetzt: Tobias Licht als Präsidentschafts-Kandidat Wintergreen, Sven Christian Habich als Throttlebottom, Nicole Baumann als Mary Turner, Katharina Solzbacher als „Miss White House“ Diana, Günther Rainer als Fulton - um wenigstens einige zu nennen.

Schließlich schwebten aus der Galerie etwa 50 bunt gescheckte Luftballons in den Schlussapplaus, der sich darauf zu erklecklichen Hitzegraden steigerte.

 

Foto: Norbert Artner

Montag, 17. Mai 2021
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