Mi, 20. März 2019
20.03.2015 00:08

Sicherheitsmägel

Gemeindebauten: Türe drohte auf Kinder zu fallen

Der Stadtrechnungshof hat Wiener Wohnen unter die Lupe genommen. Insbesondere die Garagen und die knapp 1300 Kleinkinder- und Kinderspielplätze in den Gemeindebauten. Die Prüfer haben teils erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt. Die Kontrollen waren nachlässig. Die Gemeinde sagt: „Gefahren beseitigt!“

Da dreht es jedem Vater und jeder Mutter der Magen um: An einem Spielplatzhaus fehlten alle Schaniere der Holztüre. Die Tür war nur angelehnt, hätte jederzeit auf ein Kind fallen und dieses schwerverletzen können. Weiters haben die Prüfer gebrochene Haltestangen, zerborstene Stiegen, zu wenig Mulch bei Schaukeln und kaum Sand in Sandkisten festgestellt. Auch nicht im Sinne der Erfinder: Ein Indoor-Spielraum wurde zum Raucherzimmer umfunktioniert.

Das Häuschen mit der gefährlichen Tür sei bereits entfernt. Auch die anderen Mängel seien großteils behoben worden, sagt Wiener-Wohnen-Sprecherin Renate Billeth. Nicht ungefährlich war der Aufenthalt auch in so mancher Gemeindebau-Garage. Notwendige Brandabschottungen fehlten, Feuertüren funktionierten nicht richtig, so der Rechnungshof. Noch ärger klingt der Befund der Gasleitungen.

ÖVP-Gemeinderat Wolfgang Ulm spricht von „Gefahr in Verzug“. Fast jede zweite Steigleitung sei defekt, die Stadt Wien mit der Kontrolle säumig. „Von 2011 bis 2014 wurden nur 10 von 1436 mit Gas versorgte Wohnhausanlagen überprüft.“ Billeth weist das zurück. Bis März 2015 seien 50 Wohnanlagen untersucht worden. Es konnten nur „leichte Mängel“ gefunden werden. „Die Mieter können sich sicher fühlen. Bei jedem Mieterwechsel werden die Leitungen zusätzlich geprüft.“

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