04.03.2015 18:00 |

2000 Pfleger fordern

30 Prozent mehr Gehalt

Die Pflegekräfte der Salzburger Landeskliniken hielten im Kampf um mehr gehalt bereits die zweite Betriebsversammlung ab. Sie fordern eine Angleichung wie bei den Ärzten, das Land steht aber auf der Bremse.

Runde zwei der Betriebsversammlungen in den Salzburger Landeskliniken war nicht weniger von "Frust" und Unzufriedenheit über die derzeitige Gehaltssituation gezeichnet, als die erste Vor rund vor zwei Wochen: Erneut forderten hunderte Pflegekräfte und medizinisch-technische Assistenten einen höheren und gerechteren Lohn. Für zwei Stunden wurde die Arbeit unterbrochen, um mehr als 2.000 Mitarbeiter geht es insgesamt. 30 Prozent mehr Gehalt sollen es werden. 2045 Euro brutto ist der Einstiegslohn für eine diplomierte Krankenschwester, ein Pflegehelfer erhält 1.822 Euro, ein medizinisch-technischer Mitarbeiter 2.322 Euro. Die Zulagen sind hierbei nicht mitgerechnet, allerdings ziehen sich ein Teil der Dienste auf bis zu einer 72-Stunden-Woche. Die Spitalsleitung hat aber auch reduziert, damit ein großer Teil auf eine 39-Stunden-Woche kommt.

Zentral-Betriebsrätin Christine Vierhauser machte einmal mehr die Lage klar: "Wir wollen marktorientierte Gehälter – so wie die Klinikärzte. Und die Zeit drängt, da die derzeitige Arbeitszeitenvereinbarung nur mehr bis 1. April gilt. Dann treten Schicht-und Wechseldienst ein. Wir müssten dann 60 hoch qualifizierte Pflegekräfte mehr einstellen. Und wenn die nicht kommen, dann heißt das Leistung reduzieren. Von zehn OP-Tischen müssen wir fünf schließen." Zum Vergleich wurden höhere Gehälter in Tirol und Oberösterreich herangezogen. Johannes Furthner, Leiter der Radiologietechnologie, fordert Fairness: "Die Stimmung ist kaputt. Obwohl die Ärzte jetzt mehr verdienen, geben sie immer mehr ärztliche Tätigkeiten an das Pflegepersonal ab. Das ist eine enorme Leistungs-Explosion und die sollte vergütet werden."

Verhandlungen stocken
Gesundheitsreferent Christian Stöckl (VP) lehnt die 30 Prozent ab: "Es ist mir bewusst, dass sich durch die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes auch in der Pflege in einzelnen Bereichen Nachteile ergeben. Wir bemühen uns, die Nachteile zu kompensieren. Zudem werden große Teile der Pflege vom Gehaltssystem neu profitieren, das mit 1. Juli in Kraft treten soll. Vor allem für die jungen Mitarbeiter wird es zu wesentlichen Gehaltsverbesserungen kommen." Eine erste Zahl nannte Personal-Landesrat Josef Schwaiger: 20 Prozent mehr bei den Einstiegsgehältern.

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