10.03.2006 15:58 |

"Panscherei"

EU und USA unterzeichnen Weinabkommen

Europas Verbraucher können bald billige „Kunstweine“ aus den USA in den heimischen Geschäften kaufen. Nach 20 Jahren zäher Verhandlungen unterzeichneten die Europäische Union und die USA in London ein Abkommen, das die Anerkennung der hierzulande oftmals als „Panscherei“ bezeichneten Verfahren einiger amerikanischer Hersteller regelt.

Das US-Weinrecht gestattet den Winzern beispielsweise, die teure und lange Lagerung im Eichenfass zu umgehen, in dem zur Anreicherung der Tannine edler Weine Holzchips in die Stahltanks kommen. In den USA sind für Wein Produktionsmethoden zugelassen, die in der EU verboten sind.

Es gibt noch ungeklärte Punkte
Dazu gehören Wasserzusätze und die „Fraktionierung“ des Weins, ein Schleuderverfahren, um die Bestandteile zu trennen und beliebig mit Aromazusätzen wieder zusammenmischen zu können. Binnen der kommenden 90 Tage wollen die EU und die USA beginnen, über noch ungeklärte Punkte zu verhandeln, dann soll feststehen, welchen Weinen die Einfuhr gewährt wird.

Unterm Strich gibt's gewinne durch Exporte
Das Abkommen bringe laut EU-Kommission unterm Strich Vorteile für Europas Weinbaunationen wie Frankreich und Italien. Die jährlichen Ausfuhren in die USA haben einen Wert von mehr als zwei Milliarden Euro und machen zwei Fünftel aller Exporte aus. Die EU-Staaten hatten das Abkommen im vergangenen Dezember gebilligt.

Foto: Symbolbild (Martin A. Jöchl)

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