09.03.2006 16:14 |

Kindesmissbrauch

15 Jahre Haft für Kindesmissbrauch

Weil er seine Tochter von frühester Kindheit an sexuell missbraucht haben soll, ist am Donnerstag ein 63-jähriger Wiener von einem Geschworenensenat im Straflandesgericht zur Höchststrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Zudem wurden dem Opfer Therapiekosten und Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro zugesprochen. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte bat um Bedenkzeit.

Die Staatsanwältin meinte in ihren Schlussworten, dass es keinen Zweifel gegeben habe, dass die "Vorwürfe des Mädchens" richtig seien. "Solche detailreichen Schilderungen" können nicht auf Erfindungen beruhen. Sie habe schon mehreren Verfahren wegen Kindesmissbrauchs beigewohnt, doch für sie war diese Verhandlung "eine der belastendsten", so die Staatsanwältin.

Laut Anklage kam es zu den ersten Übergriffen, als das Mädchen vier war. Sie hörten erst auf, als sie mit 21 von zu Hause auszog. Nach mehreren Selbstmordversuchen dürfte die Tochter ihr Leben inzwischen zumindest ansatzweise in den Griff bekommen. Nach wie vor erlebe sie aber laut ihrer Therapeutin die zahllosen Übergriffe in Flashbacks wieder, leide an Panikattacken, Albträumen und Angstzuständen. Einem Gutachten zufolge kommt ihr psychischer Zustand einer schweren Körperverletzung mit Dauerfolgen gleich.

Schon im Vorschulalter wurde das Kind demnach vom Vater in der Badewanne missbraucht. Nur wenig später soll er sie bereits zu Oralverkehr gezwungen haben. In der Volksschule wurde das Mädchen dann laut Anklage regelmäßig zur Duldung sexueller Handlungen genötigt und vergewaltigt.

Ab dem achten Lebensjahr begann der Vater das Kind laut Anklage mit in die Arbeit zu nehmen, wo er es in einem Nebenraum pädophilen Kollegen überließ. Im Donaupark und einem Kino soll er sie weiteren Kinderschändern zugeführt und dafür Geld kassiert haben.

Foto: Symbolbild

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