Fr, 17. August 2018

Im Keller gefunden

04.02.2015 13:43

Erste Hinweise auf Besitzer von verletzter Hündin

In den Fall um die schwer verletzte Pekinesen-Mix-Dame "Esperanza" kommt Bewegung: Es gibt erste Hinweise auf den mutmaßlichen Besitzer der einjährigen Hündin, die am vergangenen Wochenende von der Tierrettung des Wiener Tierschutzvereins (WTV) in einem schlimmen Zustand aus einem Kellerabteil in Wien-Meidling geborgen worden war.

Esperanza ist fast am ganzen Körper mit tiefgreifenden, eitrigen und nässenden Wunden sowie Hautablösungen übersät und wird seit ihrer Einlieferung rund um die Uhr von den Tierärzten des WTV behandelt. Die polizeilichen Ermittlungen werden aktuell intensiv betrieben und nach ihrem Abschluss der Staatsanwaltschaft Wien übergeben - der Wiener Tierschutzverein hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.

Zeugin meldete sich beim WTV
Der Hinweis für die Ermittlung des mutmaßlichen Verdächtigen kam aus der Bevölkerung. Eine Frau sah die Fernsehberichterstattung über den Fall und meldete sich noch am Montagabend mit konkreten Hinweisen beim Wiener Tierschutzverein, die umgehend an die Polizeiinspektion Arndtstraße weitergegeben wurden.

Verdächtiger weist jede Schuld von sich
Der Verdächtige wurde bereits einvernommen, gab jedoch an, nur Zeuge gewesen zu sein, so Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Ein Nachbar habe ihn auf verdächtige Geräusche und Gerüche aus dem Keller aufmerksam gemacht, dann hätten sie gemeinsam nachgeschaut. Der Beschuldigte sagte aus, er habe die Tierrettung gerufen, der Hund gehöre ihm nicht und er habe mit dem Fall ansonsten nichts zu tun. Die Polizei ermittelt weiterhin unter den Hundebesitzern in dem Haus, wo das Tier am Freitag gefunden wurde.

Esperanza auf dem Weg der Besserung
Die Bemühungen der Tierärzte scheinen sich indes auszuzahlen: Der Gesundheitszustand der Pekinesin hat sich durch Maßnahmen wie Lasertherapie und Plasmatransfusion bereits gebessert. Auch die Wunden konnten großteils trockengelegt werden. Die Veterinäre seien mit dem Heilungsverlauf sehr zufrieden und würden daher eine vorsichtig optimistisch Prognose wagen: Das Schlimmste sei für Esperanza nun überstanden, so der Verein in einer Aussendung. Die Hündin leide aber nach wie vor unter den Nachwirkungen ihrer schweren Verletzungen.

Härtere Strafen für Tierquäler gefordert
Der Fall Esperanza zeigt wieder einmal den dringenden Handlungsbedarf, was das Strafmaß für Tierquälerei betrifft. In Österreich liegt es derzeit bei nur maximal einem Jahr Freiheitsstrafe. Dazu kommt, dass das Tierquälereigesetz die Ausforschung von Tätern in vielen Fällen schwierig bis unmöglich macht, besonders wenn es um die Veröffentlichung von Video- oder Bildmaterial von Tierquälereien geht.

Initiative "Mehr Rechte für Tiere" ein großer Erfolg
Die überparteiliche Bürgerinitiative "Mehr Rechte für Tiere", die härtere Strafen für Tierquäler fordert und mittlerweile von mehr als 18.000 Österreichern unterzeichnet wurde, zeigt deutlich, dass auch die Bevölkerung mit dem aktuellen Straßrahmen nicht zufrieden ist. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser zeigt sich aufgeschlossen: Ihr Team habe bereits verschiedene Vorschläge für Verbesserungen der Gesetzgebung eingebracht, die derzeit geprüft werden.

Justizminister stimmt optimistisch
Auch Justizminister Wolfgang Brandstetter ist offen gegenüber Neuerungen: Härtere Strafen für Tierquäler sollen Teil des neuen Strafrechts 2015 werden. "Dennoch sammeln wir weiter Unterschriften", so Initiator Günter Pfurtscheller. "Jeder Tierfreund kann sich zudem einen Sticker mit dem 'Mehr Rechte für Tiere'-Logo sichern und damit ein sichtbares Zeichen gegen Tierquälerei setzen."

Jetzt mitmachen: Unterschreiben und Sticker bestellen!
Sie möchten die Bürgerinitiative "Mehr Rechte für Tiere" unterstützen? Dann unterschreiben Sie HIERdirekt auf der Website des Parlaments. Den kostenlosen "Mehr Rechte für Tiere"-Sticker können Sie bei der "Krone Tierecke" bestellen: Bitte ein frankiertes Rückkuvert mit Ihrer vollständigen Postanschrift versehen und an die Krone Tierecke, Muthgasse 2 in 1190 Wien, schicken - Kennwort Sticker. Sie erhalten Ihren Sticker in Kürze auf dem Postweg.

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