04.03.2006 17:16 |

Lernverhalten

Studie: Bücherwürmer lernen besser

Kinder aus der Oberschicht mit großem Bücherschrank im Elternhaus haben es nicht nur im Unterrichtsfach Deutsch, sondern auch in Englisch und in Mathematik leichter. Die am Freitag in Berlin vorgestellte Studie der Kultusministerkonferenz (KMK) "Deutsch- Englisch-Schülerleistungen International" (DESI) bestätigte erneut die besonders im deutschen Schulsystem ausgeprägte hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

Untersucht wurden deutschlandweit 11.000 Schüler neunter Klassen an 219 Schulen aller Schulformen. Besonders im Fach Deutsch wie auch in Englisch schlägt das so genannte kulturelle Kapital im Elternhaus auf den Lernerfolg durch. Dazu werden Bücher, insbesondere klassische Literatur, Schallplatten und CDs mit klassischer Musik gezählt. Im Fach Mathematik wirkt sich besonders der Bildungsabschluss der Eltern auf den Lernerfolg des Kindes aus.

Auch die PISA-Studien wie die IGLU-Grundschuluntersuchung hatten Ähnliches zu Tage gefördert. DESI zeigt zudem auf, dass die Englischkompetenz von Schülern deutlich höher ist, wenn die Eltern selbst über Englischkenntnisse verfügen und die Sprache auch schätzen.

Schulen, deren Leiter über eine enge Zusammenarbeit mit den Schülerelternhäusern berichten, erzielen der DESI-Studie zu Folge stärkere Leistungszuwächse der Jugendlichen. Dies gilt unabhängig von der Schulart und der Schichtzugehörigkeit der Eltern. Der Leiter der Studie, der Erziehungswissenschaftler Eckard Klieme, forderte die Schulen auf, "das Elternhaus stärker als Ressource zu nutzen."

 

Freitag, 18. Juni 2021
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