Fr, 17. August 2018

Nur dünner Schweif

11.01.2015 08:00

Komet "Lovejoy" zeigt sich am Nachthimmel

Wer nach den Fotos der ESA-Mission "Rosetta" von "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" auf den Geschmack gekommen ist, der kann nun einen Kometen quasi in freier Wildbahn beobachten: Der Komet "Lovejoy" ( offizieller Name "C/2014 Q2") ist derzeit am Nachthimmel zu sehen.

Spektakuläre Bilder sind allerdings nicht zu erwarten: "Lovejoy", der am 17. August 2014 vom australischen Astronomen Terry Lovejoy entdeckt wurde, hat nur einen dünnen Schweif und zeigt sich eher als Nebelfleck. Das Objekt umkreist die Sonne auf einer langperiodischen elliptischen Bahn, die rund 80 Grad zur Erdbahnebene geneigt ist.

Am 7. Jänner stand er nach Angaben der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) in einer Entfernung von 70 Millionen Kilometer der Erde am nächsten, am 30. Jänner erreicht er seinen sonnennächsten Punkt in einem Abstand von rund 193 Millionen Kilometer. Die Umlaufzeit des Kometen um die Sonne betrug vor der Annäherung ins innere Sonnensystem etwa 11.500 Jahre, danach wird sie sich auf rund 8.000 Jahre verkürzen.

Wie Alexander Pikhard von der WAA auf Anfrage erklärte, ist "Lovejoy" derzeit "ungefähr so hell wie die schwächsten Sterne, die man in dunkler Nacht mit freiem Auge leicht sehen kann", er dürfte aber noch etwas heller werden. Noch besser lässt sich "C/2014 Q2" mit einem Fernglas oder einem Fernrohr beobachten.

Am besten bei Neumond zu beobachten
Er habe aber nur einen dünnen Schweif und zeige sich eher als kleiner Nebelfleck. Die beste Beobachtungszeit liegt um den Neumond am 20. Jänner. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der der Komet laut WAA im Sternbild Widder in der Nähe der Pleijaden, die man am Abend beim Blick Richtung Süden findet, und ist fast die ganze Nacht über zu sehen.

Hilfe bei der Suche nach dem Kometen bieten Sternkarten, die man etwa bei dem von Wiener Astronom Hermann Mucke betreuten Freiluftplanetarium am Georgenberg bei der Wotruba-Kirche in Wien-Liesing auf Papier oder elektronisch auf der Homepage des "Astronomischen Büros" oder der WAA zu finden sind.

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