Sa, 22. September 2018

Neu entdeckte Art

30.12.2014 09:33

Sterngucker-Shrimps gaukeln Blick nach oben vor

Weil ihre großen, orange-blau geringelten Augen scheinbar ständig den Himmel betrachten, nennen südafrikanische Taucher sie "Stargazer-Shrimp". Der österreichische Biologe Karl Wittmann hat die Tiere nun als neue Art identifiziert und gemeinsam mit Charles Griffith von der Universität Kapstadt in der Fachzeitschrift "Crustaceana" beschrieben.

Die Sterngucker-Shrimps sind nur zehn bis 15 Millimeter groß, haben aber verhältnismäßig große Augen. Diese Krebstierchen besitzen wie Insekten sogenannte Facettenaugen, die sich aus Zigtausenden Einzelaugen zusammensetzen und in alle Richtungen gleichzeitig schauen können. Sie haben also weder eine Iris noch eine Pupille. Dass sie ständig nach oben blicken, ist also eine Illusion.

Die ungewöhnlichen Augen lassen die Tierchen, die sich stets auf dem Meeresboden aufhalten, größer erscheinen, und erwecken den Eindruck, dass sie ihre Umgebung gut im Blick haben. Dies könnte Fressfeinde abschrecken. Möglicherweise verstärken die Augen aber auch den Kontrast, wie dies bei sogenannten Faulfliegen mit großer Wahrscheinlichkeit der Fall ist, erklärte Wittmann im Gespräch. Außerdem könnte die auffallende Optik ein zwischenartliches, territoriales Signal sein, denn anders als ihre nahen Verwandten halten die Sternengucker-Shrimps voneinander Abstand und sammeln sich nicht zu Gruppen.

Bisher nur Männchen gefunden
Guido Zsilavecz, ein südafrikanischer Taucher und Amateurforscher der "Southern Underwater Research Group", hatte die leuchtend roten Krebstierchen direkt vor der Stadt Simonstown entdeckt, fotografiert, und den Wissenschaftlern einige Exemplare geschickt. Wittmann identifizierte sie als neue Tierart und stellte fest, dass alle gesammelten Individuen Männchen sind. Zsilavecz und seine Kollegen gingen also wieder ins Wasser, lasen von allem etwas auf, das dort herumkrabbelte, und schickten neuerlich Shrimps nach Wien.

Darunter fand Wittmann zwar noch zwei neue Arten, aber keine Sterngucker-Weibchen, was er als "schmerzlich" bezeichnet. "Ich vermute, dass die Weibchen an den selben Stellen zu finden sind, aber versteckter leben", sagte er. In dieser Tiergruppe seien die Hauptaktivität - Fressen und Paarung - häufig nächtens, deshalb riet er den Tauchern in der Finsternis zu suchen. "Sie sind jetzt eifrig am Werk, im Süden ist dazu jetzt auch die perfekte Jahreszeit", berichtete er.

Art nach ihrem Entdecker benannt
Er fände es höchst erstaunlich, dass man in einem gut untersuchten Gebiet direkt vor einer Stadt "quasi von der Strandpromenade ins Wasser hüpft und eine neue Art finden kann, die man mit freiem Auge sehen kann". Zu Ehren ihres Entdeckers Zsilavecz erhielten die Tiere den wissenschaftlichen Namen "Mysidopsis zsilaveczi".

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