So, 23. September 2018

Tief in Erdkruste

18.12.2014 11:23

Viel mehr "Ur-Wasser" auf der Welt als gedacht

Es gibt viel mehr vom ältesten Wasser der Welt als vermutet, hat ein internationales Forscherteam nun herausgefunden. Elf Millionen Kubikkilometer schlummern ihrer Studie zufolge tief in der Erdkruste: mehr als alle Flüsse, Seen und Sümpfe weltweit zusammengerechnet. Zudem könnte es dort Leben geben - eine Erkenntnis, die bisher für unmöglich gehalten wurde.

Das Wasser, das sich viele Kilometer unter der Erdoberfläche - in der äußersten Schale des Planeten - befindet, ist zwischen einer und 2,5 Milliarden Jahre alt. Überrascht hat die Forscher einerseits das geschätzte Volumen. Zum Vergleich: Von den etwa 35 Millionen Kubikkilometern Süßwasser auf der Erde sind nur etwa 213.000 für den Menschen über Flüsse und Seen leicht zugänglich, der Rest ist vor allem als Schnee, Eis, Grundwasser und Feuchtigkeit vorhanden.

Zudem erstaunte die Forscher, dass das uralte Wasser mit dem umgebenden Fels reagiert und dabei Wasserstoff freigesetzt wird - eine mögliche Nahrungsquelle. Selbst tief in der Erdkruste könnte also potenziell Leben entstehen, erklärte Barbara Sherwood Lollar von der Universität Toronto in Kanada gegenüber der BBC.

Erdkruste bisher kaum erforscht
Die Forscher stießen über Umwege auf das Wasser - nämlich bei der Erforschung der Erdkruste. Die sei bisher oft übersehen worden, so die Wissenschaftlerin, dabei sei sie so alt, dass sie über die Atmosphäre und Flüssigkeiten der frühen Erdgeschichte Aufschluss geben könne. Zudem könne sie Informationen über chemische Zusammenhänge geben, die Leben fördern. Es handle sich daher um einen "schlafenden Giganten".

Über die neuen Erkenntnisse zum ältesten Wasser der Welt, veröffentlicht im renommierten Magazin "Nature", zeigte sich auch Chris Ballentine von der britischen Oxford-Universität begeistert. Dass Wasser dort unten ist, habe man zwar erwartet. "Aber dass es konserviert und so lange erhalten blieb, ist eine Überraschung. Wenn man also darüber nachdenkt, was da unter seinen Füßen ist, ist es aufregender als irgendein Fels."

Gibt es Leben tief im Felsen?
Bis zur neuen Studie, für die Daten von 19 Minen weltweit analysiert wurden, habe man den Wasservorrat in der Erdkruste auf beinahe null geschätzt, so Ballentine, "das war sehr falsch". Anhand der neuen Erkenntnisse gehe man davon aus, dass auf der Erde doppelt so viel Wasserstoff produziert werde wie angenommen. Als Nächstes gehen die Wissenschaftler daher auf die Jagd nach Leben in der Erdkruste - etwas, das bisher für unmöglich gehalten worden war.

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