Mo, 22. Oktober 2018

"Frau war mir egal"

09.12.2014 16:23

16 Jahre Haft für Mordversuch vor elf Jahren

Die Angst ist immer noch ihr ständiger Begleiter - auch elf Jahre nach einem brutalen Überfall in einem Supermarkt fürchtet die Frau die Dunkelheit. Was ihr nicht zu verdenken ist: Der Täter würgte die Filialleiterin und stach auf sie ein. Jetzt bekam der Räuber die Rechnung: 16 Jahre Haft wegen Mordversuchs.

Auch wenn der 41-jährige Nedjad Saitoli beteuert, er sei heute zu einem rechtstreuen Bürger geworden, ist es nicht wegzudiskutieren: Der Serbe hat eine kriminelle Vergangenheit, die vor allem von Gewaltdelikten dominiert worden ist.

Am Überfall vor elf Jahren soll die Drogensucht schuld gewesen sein, beteuert er. "Aber das erklärt nicht den Gewaltexzess, der da passiert ist", hält ihm der Vorsitzende des Geschworenengerichtes, Andreas Böhm, entgegen.

Auf Bewusstlose eingestochen
Sailtoli ließ sich an jenem 30. August 2003 in einer Supermarkt-Filiale in Wien-Fünfhaus einsperren. Beim Durchsuchen des Geschäftes stieß er im Lager auf die Filialleiterin. Ohne ein Wort zu sagen, würgte er die Frau mit einem Kabel. Als sie bereits bewusstlos auf dem Boden lag, fügte er dem Opfer zwei Stiche in den Hals zu. Der Täter konnte damals unerkannt flüchten. Schnell setzte sich Saitoli nach Schweden ab. In Freiheit blieb er trotzdem nicht: Er saß vier Jahre im Gefängnis – wegen einer Vergewaltigung.

DNA-Vergleich überführt Täter
Später kehrte der Serbe wieder nach Österreich zurück und führte zuletzt ein Wirtshaus. Bei einem Streit feuerte er Schüsse aus einer Pistole ab, was ihm sechs Monate Haft einbrachte. Und was letztlich auch zur Klärung des brutalen Überfalles vor elf Jahren führte. Denn routinemäßig wurde bei Saitoli, wie in Haftanstalten üblich, ein DNA-Test durchgeführt. Ein Vergleich mit einer DNA-Spur vom Supermarkt überführte den Mann.

Verteidiger Philipp Wolm verwies auf das umfassende Geständnis seines Mandanten. Dieser gab zu: "Ich habe zwar nicht geplant, die Filialleiterin zu töten, aber als ich vor ihr stand, war mir egal, was mit ihr passiert." Das nicht rechtskräftige Urteil: 16 Jahre Haft.

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