Di, 14. August 2018

Ralph Baer

09.12.2014 09:09

Erfinder der ersten Spielkonsole gestorben

Der Erfinder der ersten Videospielkonsole ist tot. Ralph Baer starb nach Medienberichten am Nikolaustag im Alter von 92 Jahren in New Hampshire in den USA. "Ein paar Dioden und Transistoren, mehr brauchte er nicht, um eine Revolution anzustoßen", schrieb "Der Spiegel" online in einem Nachruf.

Baer wurde am 8. März 1922 im deutschen Rodalben geboren. Mit seiner Familie flüchtete er vor den Nazis nach Amerika, wo er per Fernkurs vom National Radio Institute in der Radio- und Fernsehwartung ausgebildet wurde. Im August 1966 kam Baer erstmals auf die Idee einer Heimkonsole, als er über den Gebrauch von Fernsehgeräten nachdachte.

Den zündenden Einfall hatte Baer an einem Busbahnhof in Manhattan, wo er auf einen Kollegen wartete und plötzlich die erste Spielkonsole der Welt skizzierte: "Der Entwurf umfasste schließlich vier Seiten", schrieb "Die Welt". 1968 war der Prototyp fertig entwickelt, 1971 wurde er zum Patent angemeldet, 1972 begann ein Lizenznehmer, die "Odyssey" genannte Konsole zu vertreiben.

Das berühmteste der wenigen Spiele, die der Prototyp beherrschte, nannten Baer und seine Mitarbeiter "Ping Pong" - zwei Schläger, ein Ball und ein Drehknopf, mit den man die Flugbahn beeinflussen konnte.

"Inspiration" für Atari
Den Titel "Vater der Videospiele" trug laut "Spiegel" trotzdem lange ein anderer: Nolan Bushnell, der später Atari gründete. Bushnell hat stets bestritten, die Idee gestohlen zu haben. Aber seine Unterschrift im Gästebuch einer Demonstrationsveranstaltung beweist, dass er die "Odyssey" ausprobiert hatte, bevor er mit seinem Spielautomaten "Pong" die Videospielrevolution startete.

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