Di, 23. Oktober 2018

Obama im Interview:

07.12.2014 20:47

"Rassismus tief in US-Gesellschaft verwurzelt"

Rassismus gegenüber Afroamerikanern ist nach Einschätzung von US-Präsident Barack Obama "tief in der amerikanischen Gesellschaft und Geschichte verwurzelt". Das sagte Obama dem TV-Sender BET, der sich vor allem an ein schwarzes Publikum wendet, in einem Interview, das in voller Länge am Montag ausgestrahlt werden soll.

Angesichts wiederholter Fälle von übermäßiger Gewalt weißer Polizisten gegenüber Schwarzen wird darüber diskutiert, ob Rassismus in den USA Teil des Problems ist. Die Vorfälle und ihre fehlenden juristischen Folgen für die Beamten sorgen für landesweite Proteste.

Gewaltsame Zusammenstöße in Kalifornien
Zu Gewalt kam es etwa in der Nacht auf Sonntag im Bundesstaat Kalifornien, wo die Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten einsetzte. Der Einsatz sei das Ergebnis einer lauten, von Randalen geprägten Nacht in Berkeley gewesen, berichtete der "San Francisco Chronicle". Bei den mehr als fünfstündigen Protestmärschen sei es teils zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Vier Polizisten wurde verletzt, sechs Menschen festgenommen.

"So schmerzhaft diese Vorfälle sind, ist es wichtig, dass wir das jetzige Geschehen nicht mit den Vorfällen von vor 50 Jahren gleichsetzen", sagt Obama in dem Interview. Die massive Ungerechtigkeit gegenüber Afroamerikanern hatte Mitte der 50er-Jahre zur Bürgerrechtsbewegung in den USA geführt. "Wenn Sie mit Ihren Eltern, Großeltern, Onkeln sprechen, werden sie Ihnen sagen, dass die Dinge besser sind - nicht gut, aber besser", meint Obama.

Obama hatte in der vergangenen Woche angekündigt, gemeinsam mit dem scheidenden schwarzen Justizminister Eric Holder Schritte zu unternehmen, um Rassismusprobleme zwischen Polizei und Bevölkerung im ganzen Land anzupacken. In der Debatte hatte sich der Präsident lange eher zurückgehalten - auch, um Wähler von jeder Hautfarbe und Herkunft gleichermaßen anzusprechen.

New Yorks Bürgermeister ortet "fundamentales Problem"
Auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sieht in der Kluft zwischen Polizei und Bevölkerung ein "fundamentales Problem" der USA. "Wir müssen offen über die historische Rassendynamik sprechen, die dem Problem zugrunde liegt", sagte er am Sonntag gegenüber dem Sender ABC. De Blasio äußerte sich optimistisch darüber, dass eine Verständigung zwischen weißen Polizisten und schwarzen Mitbürgern hergestellt werden könne.

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