So, 24. Juni 2018

"Krone"-Ombudsfrau

07.12.2014 09:13

NÖ: Land bezahlt Köchin 38.462,19 € zu viel Lohn

Was für eine Schlamperei: Über zwei Jahre hat das Land Niederösterreich einer Diätköchin monatlich um rund 1.800 Euro zu viel an Lohn ausbezahlt. Ohne dass dies irgendjemandem aufgefallen wäre. Den Schaden muss die Frau dennoch ganz allein tragen und jeden Cent zurückbezahlen!

Die Frau aus Niederösterreich hat sich von der Küchenhilfe zur Küchenleiter-Stellvertreterin in einem Pflegeheim des Landes hochgearbeitet. Zusätzlich absolvierte sie eine Ausbildung zur Diätköchin. Für diese Qualifikation erhielt sie im Sommer 2011 eine Nachzahlung zum Lohn. "Wir gingen davon aus, dass es sich um eine einmalige Prämie handelt. Doch im nächsten Monat wurde diese Summe wieder überwiesen", schildert der Ehemann. Seine Frau hat sich daraufhin bei der zuständigen Abteilung erkundigt und angeblich die Auskunft erhalten, das würde schon stimmen, es handle sich um eine laufende Zulage.

Die falschen Lohnzahlungen fielen erst nach zwei Jahren dem Direktor des Pflegeheimes auf. Bei der Erstellung des Budgets für das kommende Jahr bemerkte er die "viel zu teure" Mitarbeiterin und meldete dies bei der zuständigen Abteilung des Landes. Dort wurde festgestellt, dass ein Eingabefehler Schuld an der fortlaufenden Zulagenzahlung gewesen war. Dass seine Frau nun für den gesamten Schaden allein aufkommen muss, findet der Ehemann mehr als unfair: "Es ist ein Eingabefehler passiert und das Controlling hat versagt. Trotzdem ist das Land Niederösterreich in keiner Weise bereit, einen Vergleich zu schließen."

Der Fall ging deshalb zu Gericht. Dieses hat vor Kurzem tatsächlich der Diätköchin die alleinige Schuld an der Misere zugesprochen. Beweise für das damalige Telefonat hätten sich nicht gefunden. Und selbst wenn das Telefonat stattgefunden hätte, so hätte die Betroffene trotzdem Zweifel an der Überzahlung haben und sich an den Direktor des Pflegeheimes wenden müssen, meint das Gericht.

Das mag alles sein. Aber das Land Niederösterreich trifft zumindest eine Teilschuld. Der Fehler hätte dort doch innerhalb von zwei Jahren auffallen MÜSSEN. Der Angestellten den Schaden gänzlich allein zu überlassen, ist jedenfalls nicht sehr elegant...

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