20.02.2006 20:17 |

On the Road

Rollstuhlfahrerin aus Kärnten auf der Autobahn

"Ich will zu meinem Onkel nach Villach!" Mit entwaffnendem Lächeln beantwortete eine 43-jährige Kärntnerin das sprachlose Erstaunen von Polizisten, die sie gestoppt hatten. Die Frau saß im Rollstuhl und war beim Knoten Klagenfurt Ost auf die Autobahn unterwegs. Ein Beamter: "Wir haben sie nicht weiterfahren lassen."

"Da ist eine Frau mit dem Rollstuhl unterwegs. Mitten auf der Straße!" Gleich mehrere Autolenker alarmierten Samstagfrüh über den Notruf die Klagenfurter Polizei. Dutzende Autofahrer hatten die 43-jährige Frau inzwischen angeblinkt, noch mehr Lenker versuchten die ungewöhnliche Verkehrsteilnehmerin durch energisches Hupen von ihrer Fahrt zum "Onkel nach Villach" abzubringen.

Allein: Die Kärnterin rollte unbeirrt weiter. Erst als sie die Blaulichter einer Streife sah, hielt die Rollstuhlfahrerin an. "Ja, was ist Herr Inspektor?", fragte die offensichtlich verwirrte Klagenfurterin treuherzig die Beamten. Schließlich gab sie doch zu, sich verirrt zu haben. "Ich bin schon zeitig in der Früh von meiner Wohnung los. Darf ich wenigstens auf der Landstraße weiter?" Durfte sie nicht. Weil sie außerdem über Schmerzen klagte, wurde die verirrte Verwirrte ins Landeskrankenhaus eingeliefert.

Die für diesen Autobahnzubringer zuständigen Polizisten sind Kummer gewohnt: "Einmal war sogar eine Kutsche dort unterwegs. Außerdem haben wir dort schon Pferde und einen Bauer am Traktor gestoppt. Von den vielen Fußgänger und Radfahrern gar nicht zu reden..."

VON MARK PERRY UND SERENA BABKA, Kronen Zeitung
Foto: Symbolbild

Montag, 21. Juni 2021
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