18.02.2006 18:17 |

Frecher Betrüger

Finanzbeamter als Geldfälscher ausgeforscht

Brisante Affäre für das Finanzamt in Wien! Ein Beamter - ein kleiner Sachbearbeiter, der allzu gerne auf großem Fuß lebte - soll mit Computer und Scanner Geld gefälscht haben. Außerdem wird ihm Missbrauch der Amtsgewalt vorgeworfen, indem er die Einkommenssteuer-Nachzahlungen von fingierten Personen zur eigenen Verfügung umdirigierte. Der 33-Jährige und ein Komplize sitzen in U-Haft.

Auf die Spur des Finanzbeamten kamen die niederösterreichischen Drogenfahnder bei Ermittlungen im Suchtgiftmilieu von Tulln. Gemeinsam mit einem Komplizen, einem Maurer, soll der Sachbearbeiter mit Haschisch, Kokain und Heroin gehandelt haben. Daraufhin nahm man ihn noch genauer unter die Lupe, bis man ihm nachweisen konnte, bereits seit 2001 Akten verfälscht und 43.300 Euro auf sein Konto bzw. auf das Konto des Freundes abgezweigt zu haben.

Da das Geld für ein Leben im großen Stil mit Drogen, Cabrio oder Reisen nicht ausreichte, stellten der Verdächtige und sein Freund mindestens zehn 100-Euro- und 50-Euro-Banknoten her - Falsifikate aus dem Farbdrucker des Heim-PCs! Mit zwei gefälschten Scheinen kaufte das Duo in Wien bei einem Schwarzafrikaner Heroin.

Dazu kommt ein Betrug mit einer Kreditkarte. Der Maurer bezahlte mit dem Plastikgeld seines Freundes einen Bordellbesuch, der Finanzbeamte meldete tags darauf die Karte als gestohlen und bekam einen Großteil der 800 Euro von der Versicherung zurück.

Text: Roland Kopt, Kronen Zeitung
Foto: Symbolbild

 

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