20.11.2014 15:26 |

Wiener Untersuchung

Fastenkuren wirken sich positiv auf Darmflora aus

Dass Fasten gesund sein und sich postiv auf die Verdauung auswirken soll, wird von Gesundheitsaposteln seit jeher propagiert. Jetzt wurde der positive Effekt auch wissenschaftlich bewiesen. Für eine Studie der Universität Wien haben 58 Probanden im Dienste der Wissenschaft gefastet. Dabei zeigte sich, dass nicht nur das allgemeine Wohlbefinden stieg, sondern sich auch die Darmflora erholte.

Ernährungsgewohnheiten, Lebensstil, Medikamente und Zusatzstoffe in Lebensmitteln führen oft zu Darmproblem und zur Beeinflussung der Mikrobiota, der Darmflora. Forscher des Instituts für Ernährungswissenschaft an der Universität Wien wussten im Vorfeld der Studie, dass eine gestörte Mikrobiota nur schwer zu beeinflussen ist. Man hatte Angst, dass durch das Fasten auch gute Darmbakterien zerstört werden können, erklärte Alexander Haslberger von der Universität.

Daraufhin hat man 50 Probanden im Fastenzentrum Pernegg eine Woche lang fasten lassen, einer mehrfachen Colon-Hydro-Therapie (Darmspülung zur Lösung alter Verschlackungen mit warmem Wasser, Anm.) unterzogen sowie weitere drei Monate Probiotika zugeführt. Vor, während und nach der Kur wurden Proben gezogen. "Die Resultate sind erfreulich", sagte Haslberger.

Mehr anti-entzündliche Bakteriengruppen
Im Verlauf der Studienperiode zeigte sich ein signifikanter Anstieg der bakteriellen Diversität. So stieg u.a. der Mikroorganismus Faecalibacterium prausnitzii - einer der wichtigsten Buttersäure-Produzenten im menschlichen Darm - ebenso an wie die wichtigen Akkermansia und Bifidobakterien. Somit gab es eine Zunahme von anti-entzündlichen und die Darmwandbarriere fördernden Bakteriengruppen. Die zusätzliche probiotische Intervention nach der Fastenphase steigerte diesen Effekt auch noch.

Ähnliche Ergebnisse konnten mit einer Buchinger-Fastenkur erzielt werden, die an acht Probanden wissenschaftlich getestet wurde. "Das ist ein guter Ausgangspunkt, der eine sinnvolle Ernährungsberatung zur Folge haben sollte", meinte Haslberger, der bedauerte, dass es zu diesem Thema noch zu wenige Untersuchungen gibt.

Stress und Co. führen zu Darmproblemen
Die Industriekost, der Stress und der schlechte Lebensstil hätten in den vergangenen Jahren zu einem Ansteigen von Darmproblemen, Reizdarm und Lebensmittelintoleranzen geführt, sagte auch Ernährungswissenschafterin Claudia Nichterl. Natürliche Lebensmittel und das regelmäßige Kochen würden immer weniger werden. "Es ist bedauerlich, dass dieses Wissen abhandengekommen ist", so Nichterl, die bei der Studie mitgewirkt hat.

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