15.02.2006 14:23 |

Kritik an Elite-Uni

Gusenbauer fordert "Nationalen Uni-Plan"

Scharfe Kritik am Vorgehen der Regierung in Sachen Uni-Zugang und Elite-Uni übte SPÖ-Chef Gusenbauer. Die Regierung habe mit der Quotenregelung für Medizin einen "völlig unverantwortlichen und inkompetenten Weg" eingeschlagen, der erneut zu keiner Rechtssicherheit führe.

Gusenbauer forderte die Abstimmung mit der EU-Kommission und die Aufhebung der Zugangsbeschränkungen für die anderen Fächer. Auf Basis der SPÖ-Forderungen - die er als "Nationalen Uni-Plan" betitelte - wäre ein gemeinsames Vorgehen möglich, betonte Gusenbauer. Im Wissenschaftsausschuss hat die SPÖ - wie auch die Grünen - das Regierungsvorhaben abgelehnt. Zustimmen könnte man nur, wenn Rechtssicherheit für die Studenten gegeben, also die Regelung mit der EU-Kommission akkordiert wäre, betonte Gusenbauer.

Gebühren abschaffen, Abbrecher vermeiden
Er forderte außerdem die Abschaffung der Studiengebühren, Maßnahmen zur Reduktion der Zahl der Studienabbrecher - und analog zum Medizinstudium die Festlegung von zusätzlichen Studienplätzen für andere Fächer samt Bereitstellung der nötigen Mittel. Als Limitierung des Unizugangs will er die Festlegung von Studienplätzen nicht verstanden wissen. Es sei klar, dass es nicht zu jedem Zeitpunkt unbeschränkte Studienplätze in allen Fächern geben könne.

Kritik an Elite-Uni-Plänen
Scharfe Kritik an der Regierung übte Gusenbauer auch im Zusammenhang mit den Elite-Uni-Plänen: Bei der ÖVP - konkret Bundeskanzler Schüssel, Bildungsministerin Gehrer und NÖ- Landeshauptmann Pröll - herrsche offenbar das "fundamentale Missverständnis", dass sie die dortigen Hauptakteure seien. Hauptakteure eines wirklichen Spitzenforschungsinstituts müssten aber wohl "Wissenschafter von Weltrang" sein.

Die aber verprelle man mit Entscheidungen, die auf "rein parteipolitschem Kalkül" beruhen. Gusenbauer forderte "Zurück an den Start": Man müsse versuchen, mit den Wissenschaftern gemeinsam - also im "Konsens mit den Hauptdarstellern" - eine Lösung für die Konzeption und den Standort zu finden.

Foto: Martin Jöchl

Freitag, 18. Juni 2021
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