









Nur fünf Tage nach dem „Brand aus“ ist im Föhrenwald in Niederösterreich erneut ein Feuer ausgebrochen. Derzeit sind 700 Kameraden im Einsatz. Der Brandherd befindet sich dieses Mal auf der gegenüberliegenden Seite – und die Flammen bewegen sich auf bewohntes Gebiet zu. Mindestens 250 Personen wurden evakuiert.
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist derzeit im Föhrenwald im Einsatz: Um 15.30 Uhr, etwas mehr als zwei Stunden nach Entstehen, kämpfen 700 Kameraden von 84 Feuerwehren gegen die Flammen an. Unterstützt werden sie dabei von fünf Polizeihubschraubern, zwei Hubschraubern von privaten Firmen und einem Black Hawk des Bundesheeres sowie dem Sonderdienst Waldbrand mit drei Zügen des Landesfeuerwehrverbandes.
Es galt 250 Personen in Sicherheit zu bringen, das Rote Kreuz unterstützte bei der Evakuierung und war auch mit einem Kriseninterventionsteam sowie dem Katastrophenhilfsdienst vor Ort. Es waren 44 Rotkreuz-Mitarbeiter und 21 Fahrzeugen im Einsatz. Vorerst gab es noch keine Meldungen über Verletzte. Zeitgleich wird an der Bereitstellung von Notquartieren gearbeitet.
„Derzeit keine weitere Ausbreitung“
Klaus Stebal, Pressesprecher vom NÖ Landesfeuerwehrverband, berichtet um 17.30 Uhr: „Die Riegelstellung rund um den Brand kann aktuell gehalten werden. Daher gibt es auch keine weitere Ausbreitung. Kann sich natürlich wetterbedingt schnell wieder ändern.“










Evakuierung läuft auf Hochtouren
Die „Krone“ erreichte Bürgermeisterin Christa Tisch aus St. Egyden am Steinfeld. Sie bestätigte im Telefonat kurz nach 14 Uhr die Evakuierung. Demnach wurden sechs Häuser in der Bahnstraße evakuiert, anschließend galt es, die Bewohner von 50 Wohnungen in den fünf Wohnblöcken der Waldstrandsiedlung in Sicherheit zu bringen. Die Flammen waren nur 50 Meter von den Häusern entfernt. Die Bewohner wurden anschließend ins Feuerwehrhaus von Saubersdorf gebracht.






Auch die Österreichische Unwetterzentrale teilte auf Facebook ein Foto, das die gewaltige Rauchsäule über dem Bezirk Neunkirchen zeigt.
Der Brandherd dürfte sich an gegenüberliegender Stelle des ersten Großbrandes befinden, der vor einigen Tagen gewütet hatte. Schon das erste Feuer zählte zu den größten der vergangenen Jahre in Niederösterreich.
„Saison noch lange nicht vorbei“
Der Brand war zugleich der größte der aktuellen Waldbrandsaison, die bisher für rund 270 Feuer im Land gesorgt hat und die „noch lange nicht vorbei ist“, erklärte der Experte Florian Kraxner kürzlich.
Fünf Tage lang hatten die Flammen im Föhrenwald Hunderte Einsatzkräfte auf Trab gehalten. 100 Hektar standen in Vollbrand, ausgelöst wurde das Inferno offenbar durch Munitionsteile.
Bei Waldbränden kann sich so wie jetzt im Föhrenwald eine sogenannte Pyrocumulus-Wolke bilden. Es handelt sich dabei um besonders hohe, stark rußhaltige Wolken, die massive Stürme und Gewitter mit sich bringen können.
Die erzeugte Konvektion lässt Luftmassen bis zu einem stabilen Punkt aufsteigen, was normalerweise mit einer Zunahme der Luftfeuchtigkeit in der Wolke einhergeht. Die atmosphärische Luftfeuchtigkeit, die verdampfenden Wassermengen aus Wald- und Buschbränden oder Vulkanen kondensiert dabei an den mit aufsteigenden Ascheteilchen, was dazu führt, dass Pyrocumulus durch Rauch und Asche oft grau oder braun aussehen.
Pyrocumulus-Wolken führen häufig zu heftigen Turbulenzen, die durch starke Böen am Boden einen Flächenbrand auslösen oder noch verstärken können.
Kleinere Brände zeitgleich in der Umgebung
Stefan Grassl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Fischau, war um 16.30 Uhr gerade bei einer Lagebesprechung, als ihn die „Krone“ erreichte. Denn auch kleinere Brände forderten die Florianis. Und es muss immer eine Feuerwehr „daheim sein“, wie er sagt, damit auch andere Einsätze bewältigt werden können: „Aktuell sind die Brunner Kollegen im Föhrenwald. Wenn sie wieder einrücken, haben sie nach uns Bereitschaft“, informiert Grassl. Länger als zwölf Stunden dürfe keine Manschaft im Einsatz sein.
Die Bad Fischauer Kollegen „arbeiten unterstützend in Strelzhof, Netting und Saubersdorf diverse Flur und Wiesenbrände ab, während unzählige Kameraden im Föhrenwald im Einsatz sind“, wie es auf ihrer Facebook-Seite heißt.
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